Zitat Zitat von matt1974 Beitrag anzeigen
Das ist wie ich finde etwas, wo Killerspiele, wenn wir sie so nennen wollen, etwas negatives einpflanzen und bewirken können.
Das hat aber nichts mit "Killerspielen" zu tun, sondern mit der Flucht in eine andere Welt.
Wenn gerade bei jungen Jungen die Faszination für Waffen nicht vorhanden wäre (zusätzlich zu dem Preisvorteil der PS3 gegenüber einem PC und eventuellen Freunden mit denen er das Spiel angefangen hat zu spielen), dann hätte er sich genauso gut auch für WoW oder Minecraft entscheiden können und wäre dann da abgetaucht.
Oder wenn er 50 Jahre früher geboren worden wäre, dann wäre er in die Welt der Bücher geflüchtet (ein gewisses Interesse und Intelligenz vorausgesetzt) oder wäre den ganzen Tag alleine draußen rumgesträunt.

Der Hauptkritikpunkt bei Killerspielen ist ja nicht das verminderte lokale soziale Umfeld, sondern die angebliche Aggressivität die beim Spielen solcher Spiele entsteht.
Rollenspiele (WoW, etc) werden für die Verkümmerung des Umfelds und das Desinteresse an der Realität kritisiert, nicht Killerspiele. Besonders nicht im Fall von Crysis 2 wie es hier der Fall war.

Natürlich lässt sich darüber streiten, aber ich denke das einzige was dann bei dem Jungen durch das Spielen kompensiert wird ist in der tat der Frust, aber nicht der Frust auf Mitmenschen ("Ich stelle mir jetzt vor, alle meine Gegenspieler wären Menschen aus meiner Umgebung, die ich erbarmungslos abschnetzle um mich zu rächen"), sondern eher der Frust auf sich selber und die Gesamtsituation, mit der er unzufrieden ist. ()
Sprich wahrscheinlich hat er durch seine Situation das Gefühl, dass nichts in seinem Leben mehr gerade läuft, was man ihm ja nicht verdenken kann, auch mit 11 Jahren kriegt man überaus genug mit um solche Trennungen ziemlich persönlich zu nehmen.
Um dann kurzzeitige und einfache Glücksgefühle zu erlangen spielt er Spiele die genau darauf ausgelegt sind, nämlich kurzzeitig den Spieler mit Belohnungen und Glücksgefühlen vollzubomben, so dass dieser dann weiter motiviert wird, nur mit dem faden Beigeschmack, dass es bei "Problemkindern" (doofes Wort) zu einem schnellen Suchtgefühl kommen kann. Einfach weil man dort so ziemlich alles selber und schnell beeinflussen kann.

Das ist auch übrigens so ziemlich die einzige Gefahr die ich von Computerspielen ausgehen sehe. (und auch in einem gewissen Ausmaß selber erfahre/erfahren habe)
Mit extrem wenig Aufwand (rumsitzen, nur die Finger bewegen) viel Erfolg/Glück erzielen kann. Da können andere Medien einfach nicht mithalten.
Um zu lesen muss man sich (verglichen mit einfach rumballern) ziemlich konzentrieren und die Beschallung vom Fernseher bietet zwar Ablenkung, aber nicht diesen direkten Input von Erfolg und schon gar nicht das Gefühl, seine Situation selber in der Hand zu haben.