Keine Ahnung ob diese Reportage, die erstaunlicher Weise wohl von RTL 2 stammt, hier schon einmal gezeigt wurde...finde aber im Bezug auf die Killerspiel-Debatte sollte die von jeder Seite, also sowohl Befürworter als auch Gegner wie Herrn Börnsen angeschaut werden. Ein Amokläufer wird wohl nicht wegen einem Videospiel zu einem solchen, Amokläufer gab es schon lange bevor es Videospiele gab und wird es auch in Zukunft geben.
Hier mal was dazu aus meinem Leben, schon über 16 Jahre her. Als ich im ersten Lehrjahr war, gab es mal so einen dicken jungen Mann in einem anderen Lehrjahr, der wurde von seinen Kameraden täglich aufs übelste fertig gemacht (mobbing), das nicht allein wegen seiner Konfektionsgröße sondern auch wegen mangelnder Intelligenz - und je mehr Monate ins Land zogen wo er das Opfer war sah man an seinem Blick, dass sich da was zusammenbraute und ich hatte dann dessen Ausbilder darauf hingewiesen, der meinte aber er könne nichts machen. Na jedenfalls sind wir an einem Freitag auf dem Betriebsgelände den Hof kehren, als plötzlich großes Geschrei auf dem Hof zu vernehmen war. Alles eilte schnell zum Gebäude aus dem der Lärm kam und der junge Mann schnappte sich einen seiner täglichen Peiniger und zertrümmerte dem mit einem Hammer die Kniescheibe und den Ellenbogen. Warum ausgerechnet diese? Weil der ursprüngliche "Täter" sich in Fötusstellung eingeigelt hatte um seinen Kopf zu schützen auf den es das ursprüngliche "Opfer" eigentlich abgesehen hatte. Nachdem die Ausbilder eingegriffen hatten und beide von einander getrennt hatten fragten alle was er sich dabei nur gedacht hatte, doch der konnte sich nicht mehr an sein Handeln erinnern. Als hätte jemand einen Schalter in seinem Kopf umgelegt. Und genau das ist der springende Punkt, wegen dem erlebten und dem was ich so lese von wegen Videospiele seien Schuld etc. muss ich den Kopf schütteln. Stimmt einfach so nicht. Ein anderes Beispiel, ein gefolterter Mensch ist irgendwann an dem Punkt, an dem er seinem eigenen Leben ein Ende bereiten will. Er wird mit dem Kopf gegen die Wand schlagen bis zum Exitus was ebenfalls beweist, dass unter extremen Bedingungen Menschen zu extremen Taten fähig sind. Auch ein Skyrim ist, unter dem Aspekt der politischen Sichtweise - nicht meiner, ein "Killerspiel" und wenn man mich fragt ein noch viel schlimmeres. Ich werde lieber von einer Handvoll Kugeln durchsiebt und bin vermutlich auf der Stelle tot, als von einem Axt - oder Schwertschwingendem "Irren" lebendig zerstückelt zu werden und qualvoll über mehrere Stunden oder Tage an meinen mir zugefügten Wunden zu verbluten.
Dazu auch Folgendes:
Ursprünglich war Amok keine private Einzeltat, sondern im Gegenteil eine im indonesischen Kulturkreis kriegerische Aktion, bei der einige wenige Krieger eine Schlacht dadurch zu wenden versuchten, indem sie ohne jegliche Rücksicht auf Gefahr den Feind blindwütig attackierten. Dieses Muster findet sich auch beim Berserker.
Im 17. bis zum 19. Jahrhundert erreichte der Begriff den westlichen Kulturkreis. Dies geschah insbesondere durch europäische Berichterstatter, beispielsweise durch Captain **** (Hook nur mit C am Anfang), wurde aber weiterhin mit der malaiisch-indonesischen Kultur in Verbindung gebracht. Im westlichen Sprachgebrauch erfuhr die Bezeichnung bis heute eine erweiterte Bedeutung und ist inzwischen bedeutungsgleich für jegliche Art blindwütiger Aggression mit oder ohne Todesopfer.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte man, dass Amokläufer nur im Vollrausch ihre Tat begingen. In Meyers Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1888 heißt es dazu:
„Amucklaufen (Amoklaufen, vom javan. Wort amoak, töten), eine barbarische Sitte unter mehreren malaiischen Volksstämmen, zum Beispiel auf Java, besteht darin, dass durch Genuss von Opium bis zur Raserei Berauschte, mit einem Kris (Dolch) bewaffnet, sich auf die Straßen stürzen und jeden, dem sie begegnen, verwunden oder töten, bis sie selbst getötet oder doch überwältigt werden.“
Der Begriff Amoklauf erfuhr eine Bedeutungsveränderung, da er für Taten benutzt wird, die keinesfalls spontan erfolgen, sondern geplant und gelegentlich auch durch sogenannte Leakings angekündigt werden können. Unterschieden werden zudem zwei Formen von Gewalttaten, die als Amokläufe bezeichnet werden: die rein fremdgerichtete Aggression und der erweiterte Suizid.
In der US-amerikanischen Kriminologie gibt es weitere sprachliche Unterscheidungen, wie den so genannten spree killer (abgeleitet von killing spree – ins Deutsche übersetzt etwa Töten im Rausch). Während der als spree killer bezeichnete Täter sein Wirkungsgebiet sehr weit ausdehnen kann, beschränkt sich der klassische Amokläufer auf ein relativ kleines Gebiet.