Aktuellen Meldungen zufolge hat die Stadt Stuttgart die auf diesen Freitag datierte
ESL Pro Series-Veranstaltung „Intel Friday Night Game Stuttgart“ verboten. Der Amoklauf in Winnenden und die daraus resultierenden Forderungen nach Videospielverboten hätten dies nötig gemacht. Im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle sollte am 27. März Counter-Strike: Source, Counter-Strike 1.6 und Warcraft III gespielt werden. Zusätzlich dazu sollte die Eltern-LAN stattfinden, die Erziehungsberechtigten das Spielen näher bringen will und abseits von Polemik über das Thema aufklärt.
"Viele Eltern wissen kaum, was ihre Kinder spielen und sind durch deren Faszination für Computerspiele verunsichert. Die öffentlichen Debatten tragen da kaum zur Aufklärung bei. Wir wollen Eltern daher ermutigen, sich in einem authentischen Game-Kontext und mit pädagogischer Unterstützung ein eigenes Bild zu machen,“ so Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, vergangene Woche zum Konzept der Veranstaltung.
“Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren,“ so Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU). Vertreter der Stadt hatten bereits letzte Woche versucht, Turtle Entertainment zu anderen Spielen zu überreden. Jürgen Walter, Medienpolitischer Sprecher der Grünen, begrüßt diesen Schritt laut SWR:
"Es hat den Veranstaltern wohl an der nötigen Sensibilität gefehlt, sonst wären sie selbst darauf gekommen, wie instinktlos eine solche Veranstaltung eine Woche nach der zentralen Trauerfeier in Winnenden ist". Nach dem Amoklauf vor zwei Wochen entbrach eine Diskussion rund um sogenannte „Killerspiele“ und Gewaltdarstellung in Medien, obwohl K.'s Interesse an Schusswaffen eher auf das heimische Waffenarsenal zurückzuführen ist. Auch die Nürnberger Internationale Waffenausstellung IWA fand wie geplant statt. Ob es eine Ersatzveranstaltung für die Pro Series geben wird, ist bislang nicht bekannt. Tragisch ist dies vor allem für die Teams, die schon Flüge, Hotels und Mietwägen aus Österreich gebucht und gezahlt hatten. Auch das Stattfinden der Eltern-LAN ist zweifelhaft.