Iran hat jetzt Pläne für Sprengköpfe, die es auf seine Mittelstreckenraketen montieren könnte. Ein russischer Wissenschaftler beschaffte das Know-how.
Offenbar besitzt Iran Baupläne für einen fortgeschrittenen Atomsprengkopf. Dies berichtet die
Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Dossier, dass den Kenntnisstand der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenfasse. Diplomaten und westliche Geheimdienste hätten die Informationen bestätigt. Die Pläne kommen nach Angaben der Zeitung von einem Wissenschaftler aus einem früheren sowjetischen Nuklearwaffenlabor.
Der Sprengkopf benötige nur zwei Zünder, sogenannte Exploding Bridgewires (EBW). Dadurch sei es möglich, seine Größe soweit zu verringern, dass er auf seine Mittelstreckenrakete vom Typ Schahab-3 montiert werden könne. Iran hat eingeräumt, an der synchronen Zündung von EBWs zu arbeiten. IAEA-Inspektoren sagten, das Land sei zwar noch ein Stück von der Fertigstellung eines solchen Sprengkopfes entfernt. Doch es sei "wahrscheinlich, dass die iranischen Ingenieure die Schwierigkeiten überwinden" würden. Bisher war man davon ausgegangen, dass Iran nur über Pläne für Sprengköpfe verfüge, die zu groß für seine Raketen seien.
Freilich braucht das Land zur Herstellung einer Atombombe nicht nur einen Sprengkopf, sondern auch hoch angereichertes Uran. Iran betreibt Tausende von Zentrifugen zur Anreicherung des Rohstoffes, um – wie die Führung behauptet – Atomkraftwerke betreiben zu können. Der Westen glaubt hingegen, dass Iran sein Uran dort heimlich bis auf atomwaffenfähige 85 Prozent anreichert.