Formel 1
Schumacher testet ab Dienstag in Jerez
AP
Formel-1-Pilot Schumacher: drei Tage Testfahrten ins einem 600-PS-Auto
Michael Schumacher steigt von Dienstag bis Donnerstag für Testfahrten in ein GP2-Auto. Damit geht der siebenfache Weltmeister schon weit vor der offiziellen Testphase auf die Strecke. Der Automobil-Weltverband Fia stellte ihm eine entsprechende Sondergenehmigung aus.
Hamburg - Rekordweltmeister Michael Schumacher wird sich mit dreitägigen privaten Testfahrten in einem GP2-Auto in Jerez auf sein Comeback in der Formel 1 vorbereiten. Von Dienstag bis Donnerstag soll der 41-Jährige, der 2010 nach drei Jahren Pause im neuen Mercedes-Werksteam in die Königsklasse zurückkehrt, Fahrpraxis sammeln. Das gaben Schumachers Mercedes-Team und die GP2-Serie am Montagmittag bekannt und bestätigten damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Auch soll Schumacher in Spanien testen, wie sich sein bei einem schweren Motorradsturz im Februar 2009 verletzter Nacken bei den Belastungen einer kompletten Renndistanz von mehr als 300 Kilometern verhält.
Der Internationale Automobilverband Fia habe die Tests drei Wochen vor Beginn der offiziellen Formel-1-Testphase genehmigt. Schumachers Sonderfahrten sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Reguläre Tests mit Formel-1-Autos sind derzeit noch nicht erlaubt. Erst vom 1. bis 3. Februar in Valencia, sechs Wochen vor dem Saisonstart in Bahrain, stehen die ersten offiziellen Termine auf dem Programm. Interesse an den Testfahrten in Jerez hatte nicht nur bei Schumacher bestanden. Auch für die Betreiber der GP2-Serie sind die Aussagen eines siebenmaligen Weltmeisters über ihr Auto sehr wertvoll: "Dieser Test ist ein Meilenstein für die GP2-Serie. Es ist eine Ehre und ein Privileg, dass der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher uns hilft, unser Auto zu entwickeln", sagte GP2-Organisator Bruno Michel.
Der GP2-Bolide, in dem Schumacher nun seine Runden absolviert, hat rund 600 PS und kommt damit einem Formel-1-Auto (rund 750 PS) recht nah. Zudem werden in der GP2-Serie wie in der Formel 1 profillose Slick-Reifen verwendet, elektronische Fahrhilfen wie eine Traktionskontrolle sind ebenso verboten. Durch Siege in Rennautos dieser Klasse hatten sich unter anderem Lewis Hamilton, Timo Glock und Schumachers neuer Teamkollege Nico Rosberg den Weg in die Formel 1 geebnet.
"Ich habe mich akribisch vorbereitet"
Seinen bislang letzten Test bestritt Schumacher am 31. Juli 2009 auf der Ferrari-Hausstrecke in Mugello. Dabei hatten sich
gesundheitliche Beschwerden nach seinem Motorradunfall ergeben, aufgrund derer Schumacher sein erstes geplantes Comeback für Ferrari wieder absagen musste.
Schon bei seiner
Vorstellung als Mercedes-Pilot am 23. Dezember hatte Schumacher versichert, dass sein Nacken nun vollständig verheilt sei. "Im Sommer konnte ich den Belastungen nicht standhalten. Ich habe mich aber akribisch vorbereitet und jetzt alle Übungen gemacht, die ich im Sommer nicht aushalten konnte", sagte er. Voll des Lobes zeigte er sich indes über sein neues Team: "Ich war jetzt zwei Tage lang in der Fabrik in Brackley und habe die Zeit genutzt, um die Ingenieure und die Strukturen näher kennenzulernen", schrieb der 41-Jährige auf seiner Homepage, "dies ist ein Weltmeister-Team, aber es wirkt in keinem Fall erfolgsverwöhnt; es wirkt im Gegenteil hungrig nach mehr."