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Thema: Wissenschaft vs. Bibel

  1. #791
    Professional Avatar von HunT
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    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    Die Tatsache, dass eine schwere Krankheit oder ein Unfall nicht vorherzusagen sind und einfach nur Pech (=Zufall) sein können muss doch für einen rationalen (sorry, mißbrauche es hier für weltlichen) Menschen wesentlich einfacher zu akzeptieren sein als für einen Gläubigen. Der Gläubige wird wahrscheinlich versuchen mit Gott zu kommunizieren (beten) oder gar (Gott verbiete ) sich fragen warum Gott dies nur zugelassen hat? So ein Mensch muss doch seinen eigenen Gott hassen oder zumindest arg zerrissen sein von Zweifeln oder Erklärungsversuchen. Da bin ich aber klar "rational" und akzeptiere, dass das Konzept der Wahrscheinlichkeit das Universum voll und ganz durchdringt.
    Ich fand und finde heute immer noch Diskussionen darüber, ob es Zufall oder Schicksal gibt, interessant. Oft reden wir bei schlimmen Ereignissen von Schicksalschlägen und bei glücklichen Ereignissen von purem Glück bzw. Zufall. Ich persönlich glaube aber nicht an Zufälle, denn es ist ein unüberschaubares Chaos an Variablen, welches auch das Universum beeinflussen würde. Ebenso finde ich strikte Lebensfäden, die man oft mit dem Begriff Schicksal verbindet, zu extrem. Dennoch tendiere ich mehr dazu, dass nichts nach Zufall passiert, auch wenn wir es nicht sofort erkennen. Die Natur ist weitaus komplexer als wir vermuten und nicht nur das was wir sehen und hören und dabei beziehe ich mich nicht auf irgendeine "heilige" Schrift.

    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    In seiner ursprünglichen Form versuchten ein paar frühe Homo Sapiens durch Variation von Ritualen und "gebeten" das Wetter zu beeinflussen oder Jagdglück durch irgendwelches Gefuchtel zu erzwingen, willst du dahin zurück?
    Noch einmal, wer privat irgendwas denkt und tut darf dies jederzeit tun, aber ein Massenphänomen auf so irrationaler Ebene sollte bitte hinter uns liegen. Das schürt nur Konfliktpotential und ist auch (meiner Meinung nach) nicht wirklich gut für die "Seele" der Menschen. Wie ich oben sagte: Ein fest im leben stehender Atheist hat doch viel weniger Zweifel, Furcht und Erklärungsnot.
    Es geht auch darum, dass sich Religionen an die Zeiten anpassen sollten, wenn Konflikte vermieden werden sollen. Der Islam ist hierbei ein echter Homo Sapien.
    "Mit dem Wort 'Zufall' gibt der Mensch nur seiner Unwissenheit Ausdruck."
    (Laplace, frz. Astronom u. Mathematiker, 1749-1827)

  2. #792
    Professional Avatar von Biggreuda
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    Zitat Zitat von Siberian Tiger Beitrag anzeigen
    Es geht auch darum, dass sich Religionen an die Zeiten anpassen sollten, wenn Konflikte vermieden werden sollen. Der Islam ist hierbei ein echter Homo Sapien.
    Abgesehen davon, dass meines Wissens kaum einer hier wirklich deine "Religion" (in Anführungszeichen, da auch/zum Teil bestehend aus einer Kampfkunst[?]) versteht, würde ich mal sagen, dass man derartige Religionen nicht mit einem fortgeschrittenem Stadium der Evolution vergleichen sollte.
    Und wenn, dann würde ich die von dir genannte (Islam, nicht deine) eher einer missglückten Mutation aus dem frühen Trias einstufen, nicht nach einem fast dem heutigen Stand entsprechenden denkenden Wesen...
    ​​

  3. #793
    Professional Avatar von randfee
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    Zitat Zitat von Siberian Tiger Beitrag anzeigen
    ....Ich persönlich glaube aber nicht an Zufälle
    hat ja nichts mit "glauben" zu tun. Kannst du nicht rechnen?
    , denn es ist ein unüberschaubares Chaos an Variablen, welches auch das Universum beeinflussen würde.
    hä? was?
    Dennoch tendiere ich mehr dazu, dass nichts nach Zufall passiert, auch wenn wir es nicht sofort erkennen. Die Natur ist weitaus komplexer als wir vermuten und nicht nur das was wir sehen und hören und dabei beziehe ich mich nicht auf irgendeine "heilige" Schrift.
    Aber gerade der Grad der Komplexität spricht doch für statistische Balance! Natürlich ist alles noch weit komplizierter als das was wir heute erfassen, wer hat denn das Gegenteil behauptet? Trotzdem ist Statistik und das Prinzip der Wahrscheinlichkeit im Höhsten Maße etabliert. Es ist in seiner Einfachheit überall anzutreffen. Ich habe auch "Bauchgefühle", so "glaube" ich, dass mit unseren Gravitationstheorien irgendwas nicht stimmt. Beweise sind die Beobachtungen auf großen Längenskalen, es passt einfach nicht. Auf kurzen Längenskalen ist das, was wir haben, eine gute Näherung, aber da fehlt ein Term mit kleinem Einfluss, der aber im Grenzwert für große Distanzen dominant wird! Ich finde Occam's Razor ist für weit mehr als nur die Naturwissenschaft gut zu verwenden und wenn man das bedenkt so ist das Konzept der Wahrscheinlichkeit mit Abstand die beste Beschreibung für gewisse Vorgänge, was wir bisher haben. Bis es kein besseres gibt bzw. Anzeichen, dass es garnicht zu gebrauchen ist, sollte man es daher auch verwenden.
    Ein Beispiel ist: Würfeln. Selbstverständlich ist das Ergebnis eines Würfelwurfes nicht wirklich eine Wahrscheinlichkeitssache. Die Anfangsbedingungen des Systems (Würfen, Winkel, Geschwindigkeit, Temperatur, Luftbewegung) bestimmen mit hoher Sicherheit das Ergebnis bereits beim Loslassen ABER, die Parameter kann niemand verlässlich messen und selbst wenn, Heisenberg hat auch noch ein Wörtchen mitzureden :P
    Geändert von randfee (04.11.2010 um 01:31 Uhr)
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  4. #794
    Erfahrener User Avatar von Mafiaaffe
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    Zitat Zitat von Siberian Tiger Beitrag anzeigen
    Der Islam ist hierbei ein echter Homo Sapien.
    Fail.
    Homo Sapiens = moderner Mensch (lat. für ‚der weise, einsichtsvolle Mensch)
    "God is an ever-receding pocket of scientific ignorance." - Neil DeGrasse Tyson

  5. #795
    Professional Avatar von HunT
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    Zitat Zitat von Biggreuda Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, dass meines Wissens kaum einer hier wirklich deine "Religion" (in Anführungszeichen, da auch/zum Teil bestehend aus einer Kampfkunst[?]) versteht, würde ich mal sagen, dass man derartige Religionen nicht mit einem fortgeschrittenem Stadium der Evolution vergleichen sollte.
    Es ist keine wirkliche Religion, sondern eigentlich eine über Generationen weitergegebene Lehre zu erkennen, dass die Natur mehr ist als nur irgendwelche mathematischen Gleichungen, die wir im Physikunterricht versuchen zu erklären. Das mag vielen vielleicht auch schon klar sein, aber die meisten haben noch nicht wirklich begriffen, was damit gemeint ist.

    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    hat ja nichts mit "glauben" zu tun. Kannst du nicht rechnen?
    Ja, gerade weil ich rechnen kann, ist es für mich umso unwahrscheinlicher, dass alles nach Zufall geschiet. Dein Beispiel mit dem Würfel zeigt aber auch, dass es kein absolutes Schicksal gibt. Vieles ist näherungsweise berechenbar, genauso wie das Leben selbst, nur würden wir uns niemals hinsetzen und just for fun alle Möglichkeiten durchrechnen, die in naher Zukunft vorkommen könnten.

    Zitat Zitat von Mafiaaffe Beitrag anzeigen
    Fail.
    Homo Sapiens = moderner Mensch (lat. für ‚der weise, einsichtsvolle Mensch)
    Erbsenzähler! Du weißt, wie ich das gemeint habe.
    "Mit dem Wort 'Zufall' gibt der Mensch nur seiner Unwissenheit Ausdruck."
    (Laplace, frz. Astronom u. Mathematiker, 1749-1827)

  6. #796
    Professional Avatar von randfee
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    dann gehe etwas tiefer in die Physik hinein und du wirst sehen, dass es aber Zufall gibt, aber nur auf Quantenebene!
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  7. #797
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    Dann berechnen wir alle Möglichkeiten. Ich stelle mir ein riesiges Baumdiagramm mit verschiedensten Ergebnissen und Kombinationen in meinem Kopf vor. Aber jetzt habe ich eine Frage: Mein Leben hat also bisher einen bestimmten "Weg", eine Kombination von Ergebnissen auf diesem Baumdiagramm beschritten. Wodurch wurde dieser bestimmt? Ich nehme an, durch verschiedenste Faktoren/Einflüsse. Aber weshalb kam gerade diese Kombination an Ereignissen zustande? Zufall oder Schicksal?

  8. #798
    Erfahrener User Avatar von Mafiaaffe
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    So hatte gestern nicht die Zeit um mich ausführlich zu den Beiträgen zu äußern, auf ein paar Punkte möchte ich aber noch eingehen.

    Zitat Zitat von Saltwater Beitrag anzeigen
    Und den größten Respekt habe ich vor Menschen, die für ihr Glück nur die Wissenschaft benötigen. Oftmals möchte man einfach glauben und vertrauen. Aber diese Menschen gehen den schwereren Weg, geben sich nicht zufrieden und sind auf einer lebenslangen Suche.
    "Ich kann mit Zweifel, Unsicherheit und Unwissen leben. Ich denke es ist wesentlich interresanter in Unwissenheit zu leben, als mit Antworten die möglicherweise falsch sind." - Richard P. Feynman

    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    "Wissenschaft vs. Bibel" - die ersten Zweitausend Jahre gehen leider klar an die Bibel, seit Dreihundert Jahren darf die Wissenschaft auch mal was, schaut mal wie weit wir in der Zeit gekommen sind, verglichen mit den 1700 Jahren davor! Was hätten wir wohl in 2000 Jahren schaffen können? Leider hab ich das Gefühl, dass die Boomphase in diversen Ländern vorbei ist, zumindest radikalisieren viele Menschen sich wieder und nutzen den alten Schmarn oft als Begründung bzw. Ausrede.
    Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht sind zumindest in den industrialisierten Ländern, Atheisten, Agnostiker und andere Konfessionslose, die am stärksten wachsenden Gruppen. Besonders im "christlichem" Amerika ist die Anzahl in den letzten 25 Jahren sehr stark gestiegen: von rund 11% auf mehr als 20%.
    Viele halten die stärkere Präsenz der Religion in den Medien und die Angriffe auf die Wissenschaft bzw. die ID/Kreationismus-Bewegung als verzweifelte Versuche die Rückgänge aufzuhalten (Am dunkelsten ist die Nacht vor der Dämmerung).

    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    Noch einmal, wer privat irgendwas denkt und tut darf dies jederzeit tun, aber ein Massenphänomen auf so irrationaler Ebene sollte bitte hinter uns liegen.
    So sehe ich das auch. Jeder sollte das Recht haben zu glauben was er will, so lange er damit keine anderen Menschen auf irgendeine Weise negativ beeinflusst und das gilt denke ich auch oder besser gesagt besonders, für die eigenen Kinder.

    Zitat Zitat von randfee Beitrag anzeigen
    Ich habe auch "Bauchgefühle", so "glaube" ich, dass mit unseren Gravitationstheorien irgendwas nicht stimmt. Beweise sind die Beobachtungen auf großen Längenskalen, es passt einfach nicht. Auf kurzen Längenskalen ist das, was wir haben, eine gute Näherung, aber da fehlt ein Term mit kleinem Einfluss, der aber im Grenzwert für große Distanzen dominant wird!
    Richtig, die Gravitationstheorie ist nicht 100% korrekt. Allerdings hat dies nicht so sehr etwas mit der Größe, als wie mit der Geschwindigkeit eines Körpers zu tun. Wie Einstein bewiesen hat nimmt die Masse eines Körpers zu, um so mehr er sich der Lichtgeschwindigkeit nähert. Da allerdings der Unterschied im Normalfall absolut minimal ist und das Rechnen mit Einsteins Theorien weitaus komplizierter, wird die Gravitationstheorie, in den meisten Fällen, trotzdem weiter verwendet.
    "God is an ever-receding pocket of scientific ignorance." - Neil DeGrasse Tyson

  9. #799
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    Zitat Zitat von Mafiaaffe Beitrag anzeigen
    "Ich kann mit Zweifel, Unsicherheit und Unwissen leben. Ich denke es ist wesentlich interresanter in Unwissenheit zu leben, als mit Antworten die möglicherweise falsch sind." - Richard P. Feynman
    Wolltest du meine Aussage damit unterstreichen? Denn beides geht in diesselbe Richtung.

  10. #800
    Erfahrener User Avatar von Mafiaaffe
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