Religion sollte die Lebensweise der Menschen nicht mehr und nicht weniger beeinflussen wie eine Unterhaltungssendung, genauso habe ich es gemeint. Ich habe in einem früheren post hier gesagt, dass ich sehr tolerant dem Glauben eines Individuums gegenüberstehe. Was auch immer derjenige glaubt, wenn es ihm persönlich hilft mit dem leben klar zu kommen bzw. Trost zu finden, von mir aus gern, auch wenn ich es gern anders sehen würde.
Ich finde man kann all das auch finden wenn man sich nichts in dem Maße vormacht, denn das verzerrt doch nur unnötig die Sicht auf die Dinge wie sie wirklich sind. Ich weiß aus meinem Elternhause, dass man Kinder (mich) auch durchaus mit realistischem Weltbild erziehen kann OHNE ihnen irgendwelche Stories über Hirngespinste von vor zweitausend Jahren einzutrichtern. Moralvorstellung, Ethik und Menschenliebe müssen definitiv nicht mit Religion begründet werden. Auch "du sollst nicht stehlen/töten" etc. ist einfach LOGISCH, wenn ich in einer Gruppe erfolgreich zusammenleben will muss ich natürlich ein gewisses Maß an Ordnung haben und mich nicht gegenseitig fertig machen. Sowas als eigene Leistung zu instrumentalisieren oder sich gar als Monopolist für die Grundlage einer gut funktionierenden zivilisierten Gesellschaft zu deklarieren finde ich äußerst dreist!
Auch die Fähigkeit ohne Religion und Glaube nicht völlig hilflos im Leben zu stehen kann man seinen Kindern anerziehen, auch das Argument für "Halt im Leben" finde ich an den Haaren herbeigezogen. Für wen halten sich solche Redenschwinger eigentlich? Ja ich weiß.... für Leute "die in den Himmel kommen". Ganz im Gegenteil, ich denke wirklich aufgeklärte Menschen mit starker Selbstschätzung und guter Erziehung stehen in vielen Lebensabschnitten besser dar als die Gläubigen:
Die Tatsache, dass eine schwere Krankheit oder ein Unfall nicht vorherzusagen sind und einfach nur Pech (=Zufall) sein können muss doch für einen rationalen (sorry, mißbrauche es hier für weltlichen) Menschen wesentlich einfacher zu akzeptieren sein als für einen Gläubigen. Der Gläubige wird wahrscheinlich versuchen mit Gott zu kommunizieren (beten) oder gar (Gott verbiete) sich fragen warum Gott dies nur zugelassen hat? So ein Mensch muss doch seinen eigenen Gott hassen oder zumindest arg zerrissen sein von Zweifeln oder Erklärungsversuchen. Da bin ich aber klar "rational" und akzeptiere, dass das Konzept der Wahrscheinlichkeit das Universum voll und ganz durchdringt.
In seiner ursprünglichen Form versuchten ein paar frühe Homo Sapiens durch Variation von Ritualen und "gebeten" das Wetter zu beeinflussen oder Jagdglück durch irgendwelches Gefuchtel zu erzwingen, willst du dahin zurück?Religion sollte in seiner ursprünglichen, friedlichen und harmonischen Form eher die Lebensweise der Menschen beeinflussen
Noch einmal, wer privat irgendwas denkt und tut darf dies jederzeit tun, aber ein Massenphänomen auf so irrationaler Ebene sollte bitte hinter uns liegen. Das schürt nur Konfliktpotential und ist auch (meiner Meinung nach) nicht wirklich gut für die "Seele" der Menschen. Wie ich oben sagte: Ein fest im leben stehender Atheist hat doch viel weniger Zweifel, Furcht und Erklärungsnot.




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