
Zitat von
Siberian Tiger
Vielen Menschen würde der Gedanke ein Leben ohne Religion oder den Glauben an einen Gott eben nicht gefallen und wären nicht so glücklich wie du denkst. Definiere erstmal ein "glückliches und erfülltes" Leben.
Ein Leben was dich intellektuell und emotional erfüllt.

Zitat von
Siberian Tiger
Sicher, du könntest natürlich ankommen und sagen, "ja dann bringt euren Kindern halt nichts von der Religion bei und sie werden das erst garnicht kennen". Aber genau das wäre meiner Meinung nach der falsche Weg. Der Mensch sollte möglichst alles Wichtige in der Welt wissen und es ist daher eine Frage der elterlichen Erziehung und sicherlich auch des Lebensumstands, der den Weg zum Erwachsenwerden begleitet, was den jeweiligen Menschen dazu bewegt an etwas höhere zu Glauben oder eben nicht. Zu sagen, welche Faktoren dabei alles eine Rolle spielen, würde eine Studienarbeit ausfüllen.
Natürlich kann und sollte man Kindern vielleicht sogar beibringen, was die einzelnen Religionen predigen. Nur man sollte ihnen nicht beibringen, dass sie auch etwas davon glauben müssen oder dass unhinterfragter Glaube sogar eine Tugend ist und am allerwenigsten sollte man ihnen beibringen, dass sie auch noch bestraft werden wenn sie etwas davon nicht glauben. Aber genau das ist es doch was die beiden Hauptreligionen von dir verlangen - Glaube oder Brenne.
Wenn ein Kind erwachsen wird und selbst die Entscheidung trifft zu dieser oder jener Religion zu konvertieren, ist das seine freie Entscheidung, aber man sollte genau wie bei der Wahl einer politischen Partei die Freiheit haben diese Entscheidung zu hinterfragen oder zu kritisieren. Doch bei wievielen Religiösen ist das heute der Fall? Bei weniger als 1%, das heißt zu über 99% übernehmen die Gläubigen die Religion ihrer Eltern.
Der Grund dafür ist einfach: Geh mal ein paar hundertausend Jahre in die Vergangenheit. Wenn eine Mutter zu ihren Kind sagt, "Diese Tiere sind gefährlich und diese nicht, diese Beeren sind giftig und diese nicht, wenn du dies machst kannst du dich verletzen, etc.", hat ein Kind was alle diese Dinge glaubt, ohne sie zu hinterfragen in den allermeissten Fällen einen Vorteil gegenüber Kindern die dies nicht tun. Besonders wenn eine Gefahr bereits in unmittelbarer Nähe ist. Wenn jetzt aber die Mutter sagt, dass es einen allmächtigen Schöpfer gibt und das es wichtig sei ihn zu verehren, da er sie sonnst bestrafen wird, gibt es keine Möglichkeit für das Kind herauszufinden ob diese Information besser ist als die anderen und es wird sie genauso unhinterfragt annehmen. In den meißten Fällen wird es diese, genau wie die Information über die Beeren und Tiere, bis zum erwachsenen Alter beibehalten und auch an seine Kinder weitergeben.
Aus dem gleichem Grund, setzten sich religiöse Bräuche und Überzeugungen heute noch durch, nicht weil sie rational sind, nicht weil sie uns moralisch zu besseren Menschen machen, nicht weil sie unsere Lebensqualität steigern, sondern einzig weil sie von unseren Eltern und anderen Autoritätspersonen an uns übermittelt wurden. Wie stark verwurzelt diese Dinge oft noch im fortgeschrittenen Alter sind zeigen besonders Therapiegruppen in den Vereinigten Staaten: Menschen die versuchen ihren Glauben hinter sich zu lassen, weil sie im Grunde genommen genau wissen wir irrational er ist, schaffen es oft nicht ihre Angst vor der Hölle zu überwinden, weil ihnen als Kindern beigebracht wurde, dass dies ein durchaus realer Ort ist.
„Ich denke, dass ein enormer Schaden von der Religion angerichtet wurde – nicht nur im Namen der Religion, sondern tatsächlich von der Religion.“ - Steven Weinberg.

Zitat von
Siberian Tiger
Und wieder fangen wir von vorne an. Das ist wiederum das Killerspiele = Amoklauf Prinzip (zumindest sehr beliebt bei Politikern)
Ich habe mich diesem Argument schon in vorherigen Posts angenommen.
Es gibt keinen mir bekannten Fall, wo ein Amoklauf direkt auf ein Videospiel zurückzuführen ist.
Wenn sich aber jemand in einer Kirche in die Luft sprengt oder einen anderem Ort, mit dem einzigen Ziel möglichst viele Nicht-Muslime zu töten, während er schreit "Allahu akbar" (Gott ist groß), ist das eine Tat die außschließlich auf die Religion zurückzuführen ist und zu der es ohne die Religion nicht gekommen wäre. Fitna ist ein erschreckender Film, aber er zeigt wozu die wörtliche Auslegung des Koran führen kann. Nehmen wir z.B.: die kürzliche Steinigung des jungen Paars in Afghanistan. Der Koran sagt das Ehebrecher gesteinigt werden müssen, genau das haben diese Menschen getan. Wie kannst du also sagen, dass dies keine religöse Tat war?

Zitat von
Siberian Tiger
und ohne Einsteins Erfindungen gäbe es auch keine Atomwaffen.Wobei ich jedoch nicht Einstein dafür verantworlich mache, sondern die Menschen, die sein veröffentlichtes Wissen für die Erschaffung einer Massenvernichtungswaffe benutzt haben.
Wie ich schon sagt Waffen töten keine Menschen - Menschen töten Menschen. Es geht darum die Gründe dafür rauszufinden und im zweiten Weltkrieg waren diese hauptsächlich politischer, teilweise aber auch religiöser Natur.

Zitat von
Siberian Tiger
Meines Wissens nach hatte Hiroshima keinen religiösen Hintergrund. Warum machst du dann also wieder die Religion dafür verantwortlich
Um nochmal Stephen Weinberg zu zitieren:
"Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion."
Ich habe auch nicht gesagt, dass jeder Krieg religiös motiviert ist, aber das es eine ganze Menge Kriege gibt, auch heute noch, die einen religiösen Hintergund haben oder die es zumindest ohne die Religion nicht geben würde:
"Um mal einige Konflikte jüngster Zeit aufzuführen: Isreal/Palästina (Juden vs. Muslime), der Balkan (christlich-orthodoxe Serben vs. katholische Kroaten, christlich-orthodoxe Serben vs. muslimische Bosnier und Albaner), Nordirland (Protestanten vs. Katholiken), Kaschmir (Muslime vs. Hindus), der Sudan (Muslime vs. Christen und Animisten), Nigeria (Muslime vs. Christen, Äthiopien (Muslime vs. Christen), die Elfenbeinküste (Muslime vs. Christen), Sri Lanka (singhalesische Buddhisten vs. tamilische Hindus), die Philippinen (Muslime vs. Christen) und der Kaukasus (christlich-orthodoxe Russen vs. tschetschenische Muslime, muslimische Aserbaidschaner vs. katholische und christlich-orthodoxe Armenier)"
Nehmen wir z.B.: Nordirland. Dieser Krieg hat eigentlich keinen religiösen Hintergrund, sondern einen politischen, aber ohne die Religion gebe es keine Möglichkeit die Parteien überhaupt auseinander zu halten.

Zitat von
Siberian Tiger
Ja und? Mir ist schon klar, dass Religion der Motivator dafür ist, solche Leute zum Selbstmordattentäter auszubilden. Aber ich unterscheide zwischen dem, was Religion vermitteln soll, nämlich Frieden und dem, wie Fanatiker die Religion soweit manipulieren, dass sie sich ihre eigene machen, um einen Grund für ihre Terrorangriffe zu geben, was sie fälschlicherweise als "heiligen Krieg" bezeichnen
Das ist eine ziemlich verdrehte Logik die du da verfolgst. Du sagst also: Wenn ein Gläubiger etwas Gutes tut, macht er dies aufgrund seiner religösen Überzeugung, auch dann, wenn sein "heiliger" Text das Getane nicht einmal erwähnt. Wenn aber ein Gläubiger etwas Böses tut, macht er dies nicht aufgrund seiner religösen Überzeugung, auch wenn seine Tat ausschließlich durch die religiösen Texte inspiriert wurde.

Zitat von
Siberian Tiger
Nein, das Prinzip ist das gleiche! Bei Killerspielen wird vom unwissendem Volk (gemeint sind nicht dumme Menschen, sondern solche, die sich damit nicht auskennen und alles fressen, was die Medien ihnen geben) fälschlicherweise angenommen, dass sie Schuld an Amokläufen sind und wollen diese verbieten, aber wir PC Spieler wissen, dass ganz andere Gründe dahinter stecken. Genauso ist es bei der Religion.
Nur weil jemand Religiös ist, bedeutet das nicht, dass er auch mehr über die Religion weiß. Im Grunde genommen wissen die meisten Anti-Theisten weit mehr über die Religion als die meisten Gläubigen. Was auch ein Hauptgrund dafür ist, dass sie Anti-Theisten sind. Die engagiertesten Anti-Theisten stammen meist aus stark gläubigen Familien. Sie sind also mit der Religion und den heiligen Texten aufgewachsen und wissen ganz genau wovon sie reden.
Und genau wie wir wissen, dass Videospiele niemals der Auslöser für Amokläufe sind, wissen wir auch, dass die Religion durchaus der Auslöser für schrekliche Taten sein kann. Wir wissen es weil wir es in den religiösen Texten nachlesen können, weil es diese Menschen selber über sich behaupten und weil es in vielen Fällen absolut keine anderen Gründe für solche Taten geben kann.
Niemand würde sich 20Kg Sprengstoff umschnallen um und sich selbst töten, nur um damit die höchstmögliche Anzahl an toten Ungläubigen herbeizuführen, wenn er nicht religiös motiviert wäre. Niemand würde seiner Tochter die Kliterus abschneiden, wenn er nicht religiös motiviert wäre. Niemand würde eine Frau minutenlang auspeitschen weil sie ein paar cm zuviel Haut gezeigt hat, wenn er nicht religiös motiviert wäre. etc.