Ich als Ausgemusterter kann zwar groß reden, weil ich nicht viel Ahnung vom Leben beim Bund hab, trotzdem muss ich hier mal ne Lanze dafür brechen. Wenn ich damals zwischen Bund und Zivi hätte wählen müssen, wäre für mich nur der Bund in Frage gekommen.
Hauptgrund dafür ist wohl, dass man mal etwas komplett anderes miterlebt, was so im normalen Leben NIE wieder vorkommen wird und weil sicher auch ne ganze Menge Spaß dabei ist. Ich mein, bissl Krieg spielen ist doch zutiefst befriedigend, und das ganze in netten Kameradschaftsabenden ausklingen lassen ist sicher auch nicht verkehrt. Sicher gibt´s auch weniger schöne Sachen, aber das wird man sicher alles als bleibende Erfahrung ins zukünftige Leben mitnehmen. Beim Bund hat man meiner Meinung nach eher das Gefühl, dass für einen gesorgt ist als im tristen Angestelletenleben eines Zivildienstleistenden. Die Bezahlung beim Bund ist unter Umständen sogar besser als beim Zivi und die Zeit dort ist bestimmt nicht weniger frei von unschöner Arbeit. Neben Ordnung und Diziplin dient der Bund auch dazu, Verantwortugn übernehmen zu lernen, alles Sachen, die später nur hilfreich sein können.
Zum Thema "Zeitverschwendung": Ich will nicht allzu sehr in die Philosophie abschweifen, aber man muss überlegen, was man in dieser Zeit gemacht hätte und was überhaupt verschwendete Zeit ist. Ich glaube nicht, dass man am Ende seiens Lebens zurückblickt und sagt: "Die neun Monate damals haben mir gefehlt, um mein Lebensziel zu erreichen." Bis zur Rente hat man immer noch rund 45 Jahre Zeit, wenn man sein Ziel (welches Ziel überhaupt?) bis dahin nicht erreicht, wird es auch später nix mehr. Überhaupt scheint es im Leben ja nur um verschwenden von Zeit zu gehen, oder hat Zocken und Fernsehen irgendetwas mit Lebenserfüllung oder sinnvoller Zeitnutzung zu tun. Ich zumindest würde das Sammeln neuer Erfahrungen nicht als verschwendete Zeit ansehen.
Irgendwie hat das Militär momenten arg unter der Friedensbewegung und der pazifistischen Ausrichtung der Gesellschaft zu leiden. Dabei sollte man mal überlegen, dass genau dieses Gesellschaft ohne das Militär nie entstanden wäre und bestanden hätte.