Fiktiver TV-Bericht löst Panik in Georgi
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Panik brach unter den Zuhörern aus, als ein US-Radiosender 1938 ein Hörspiel nach H. G. Wells’ “Krieg der Welten” ausstrahlte. Zu hören waren Nachrichtensendungen, in denen über eine Invasion von Marswesen auf der Erde berichtet wurde. Der Panik folgte Wut, als die Zuhörer erfuhren, dass es sich nur um Fiktion gehandelt hatte. Die Geschichte gilt bis heute als ein Beispiel für die Macht der Medien. Gestern wiederholte sich Geschichte, allerdings auf eine ungleich perfidere Art und offensichtlich mit politischen Absichten.
Es geschah in einem Land, indem die wichtigste Informationsquelle das Fernsehen ist und die drei landesweit ausgestrahlten Sender unter dem Einfluss der Regierung stehen – Georgien. Einer dieser Sender, “Imedi TV”, strahlte kurz vor Beginn der abendlichen Nachrichten einen “Spezialreport” aus. Nach einem kurzen Hinweis, es handele sich um ein mögliches Szenario, wurde durchgespielt, was nach den Kommunalwahlen im Mai geschehen könnte.
Bilder russischer Panzer in Georgien
Berichtet wurde, die Opposition habe wie nach den vorangegangenen Wahlen Proteste angezettelt. In der Hauptstadt Tiflis gebe es bewaffnete Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten. Zwei Oppositionelle hätten eine Gegenregierung gebildet, diese werde von der russischen Regierung unterstützt. Moskau habe seine Truppen in dem von Georgien abtrünnigen Gebiet Südossetien in Gefechtsbereitschaft versetzt. Ein Einmarsch in der georgischen Hauptstadt sei möglich, es würden Luftangriffe auf Georgien geflogen. Schließlich war davon die Rede, dass Präsident Saakaschwili getötet worden sein könnte.
Dies wurde im Stil der sonst um diese Zeit laufenden Nachrichtensendung „Kronika“ präsentiert. Zu sehen waren Bilder russischer Panzer in Georgien vom Krieg 2008, ebenso US-Präsident Obama und Russlands Präsident Medwedjew, denen in der georgischen Übersetzung Worte zur angeblichen Eskalation in den Mund gelegt wurden. Erst nach der halbstündigen Sendung erklärte ein Moderator, dass es sich um ein Szenario gehandelt hat, mit dem die von Russland ausgehende Bedrohung Georgiens gezeigt werden sollte.
Doch da hatten die Bilder ihre Wirkung schon getan. Zuschauer riefen besorgt ihre Verwandten und Freunde an, das Mobilfunknetz war überlastet. Als die Unruhe in Wut umschlug, sich Bürger bei “Imedi”beschwerten und vor dem Sendergebäude versammelten, erklärte die Sprecherin des Präsidenten – eine Ex-Moderatorin von “Imedi” - , der Sender müsse sich entschuldigen. Doch der Ärger legt sich nicht, für heute sind neue Proteste geplant.
Nicht ohne das Wissen der Regierung?
Was sollte die Sendung bewirken bei den Menschen in Georgien, deren Leben in den vergangenen beiden Dekaden von Krieg, Bürgerkrieg und Revolution geprägt war? Dass es ohne Wissen der Regierung und des Präsidenten geschah, ist kaum denkbar. Der Chef von “Imedi TV” ist ein langjähriger Mitstreiter Saakaschwilis, der selbst in der Regierung tätig war.
Sicher ist, dass die Regierung vor der Wahl nervöser wird. Im Ausland hat Saakaschwili sein Ansehen weitgehend verspielt. Die für ihn so wichtigen Bilder vom Händeschütteln mit anderen Staatsrepräsentanten gibt es kaum noch. Sein langjähriger, enger Berater aus den USA hat ihn verlassen. Russland behandelt ihn als persona non grata und hofiert die georgische Opposition. Erst kürzlich waren zwei Oppositionspolitiker in Moskau, was ihrem Ansehen in Georgien allerdings nicht bekommt.
Ein anderer Oppositionspolitiker und ehemaliger Mitstreiter Saakaschwilis, Irakli Alasania, gewinnt indes in dem Maße Respekt, in dem der Präsident an Vertrauen verliert. Gegen Alasania wie gegen kritische Journalisten werden inzwischen Kampagnen gefahren, ein weiteres Zeichen für die Nervosität der Regierung. Eine Frage dabei ist, wie sich Saakaschwilis verbliebene westliche Berater und die von der Regierung angeheuerten Beraterfirmen diesbezüglich verhalten.
Quelle: Tagesschau.de
... Was haltet ihr von Saakaschwili?
Google: China-Rückzug angeblich am 10. A
Google: China-Rückzug angeblich am 10. April
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Wenn man chinesischen Medien glaubt, dann endet der Streit zwischen Google und China schon in ein paar Wochen – und zwar mit dem Rückzug des Suchmaschinen-Giganten aus dem Land des Lächelns. Den Berichten zufolge soll zumindest die Suche am 10. April eingestellt werden.
Ausgangspunkt für den Disput waren "hochentwickelte und gezielte"
Hacker-Angriffe gegen Google und rund 20 weitere amerikanische Unternehmen im Dezember 2009, bei denen offenbar gezielt nach belastenden Informationen zu chinesischen Menschenrechts-Aktivisten gesucht wurde. Laut Google gingen diese Cyber-Attacken zweifelsfrei von China aus.
Als eine Reaktion auf diese Attacken hatte Google angekündigt, seine Aktivitäten auf dem chinesischen Markt zu überdenken. Im Rahmen dieses Umdenkens kündigte Google an, Suchergebnisse künftig nicht mehr den staatlichen Zensur-Vorschriften anzupassen und stellte bereits kurze Zeit später sämtliche Zensur-Filter bei google.cn ab.
Dennoch strebte Google nach eigenen Angaben weiterhin eine Einigung mit der Volksrepublik an. Da aber der Suchmaschinen-Betreiber auf der einen Seite nicht mehr zensieren wollte und die Regierung erwartungsgemäß nicht auf diesen Kontroll-Mechanismus verzichten will, schien eine Lösung des Konflikts von Anfang an fragwürdig.
Nun vermelden chinesische Medien unter Berufung auf einen chinesischen Werbe-Partner von Google, dass der kalifornische Konzern seinen Entschluss, sich aus China zurückzuziehen, endgültig bestätigt habe. Demnach wird Google seine Suchmaschine in China zum 10. April einstellen. Ob Google auch seine weiteren Aktivitäten in China beendet, konnte der Informant nicht sagen. Eine offizielle Ankündigung des radikalen Schritts durch Google soll laut der Quelle nächste Woche erfolgen. (cel)
http://www.chip.de/news/Google-China..._42022770.html