
Zitat von
tym
Diesbezüglich sehe ich China momentan auch noch nicht als direkten Konkurrenten. Um EU-konforme Autos zu bauen, die vom hiesigen Markt angenommen werden, benötigen die mit Sicherheit noch 5-10 Jahre. Man erinnere sich nur an die Crashtests mit dem "Landwind"

Ich ja auch noch nicht, aber hierin liegt meiner Ansicht nach einer der Hauptgründe für die von dir erwähnte fehlende Innovation. Die deutsche Autoindustrie wehrt sich mit Zähnen und Klauen gegen schärfere Richtlinien, mit dem Gedanken, dass man sich selbst Nachteile schaffe, die in China so lange nicht vorhanden sein werden.
Die Kanzlerin stellte es nach Heiligendamm in den Medien so dar, als habe man einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht, aber nachdem das Interesse halbwegs abgeflaut war, traute sich niemand mehr gegen den Willen der entschlossenen Automobillobby zu treffen (siehe Tempolimit, wie haben sie aufgeschrien). Noch haben wir die geistigen Ressourcen, ja, (sorry, dass ich das missverstanden habe) genug schlaue Köpfe, um auch solche neuen, aber spannenden Situationen (=> Innovationszwang) zu meistern, aber es werden heute schon gerne Ingenieure vom Ausland abgeworben und der Nachschub ist auch nicht soo groß (soweit ich das im Kopf habe).

Zitat von
tym
Ich finde nur, dass die deutschen Konzerne momentan eine Entwicklung verschlafen. [...]
Ja, in der Tat, aber die "leitenden Angestellten" wollen es nicht anders. Das ist das große Problem, was du auch genannt hast: Sie denken nur ans Hier und Jetzt, solange die Gewinne heute stimmen, interessiert sie die Zukunft kein Stück. Ich kenne das Ganze, mein Vater arbeitet noch als Ingenieur bei einem "noch" relativ großen, deutschen Automobilhersteller und man erkennt an der Handlungsweise der Firmenspitze eben auch oft, dass dort oben nur Menschen sitzen, nicht oft die besten und klügsten, aber meist die egoistischsten.
Zum Thema Bevölkerung:

Zitat von
tym
Vielleicht ist das gar nicht so negativ zu sehen. Zwar werden einige Generationen dann für die Entwicklung zahlen müssen (zumindest in Staaten mit sozialer Marktwirtschaft) , danach jedoch, wenn sich das Land demografisch eingependelt hat und die Gesamtbevölkerung erheblich reduziert wurde, könnten z.B. Bildungs- und Versorgungsstandards erheblich höher sein und insbesondere ersteres zahlt sich dann wieder sehr stark für die Wirtschaft des Landes aus - natürlich immer unter der Voraussetzung einer regulierten Einwanderung, einem anderen äußerst zwiespältigen Thema...

Nun, das ist für mich jetzt eine neue Sichtweise, werde ich noch etwas drüber nachdenken müssen, keine schlechte Idee, mal ein bisschen optimistisch sein

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Hat eben auch den Haken, die Sache, dass die jetzigen und kommenden Generationen das erst mal ausbaden müssten...aber gut, mal sehen, wie es kommt