Soweit ist es also schon, dass man jetzt aufpassen muss gewisse Dinge nicht zu sagen?Zitat von dapalme
Ein paar Schweizer Künstler hatten zu genau diesem Thema mal ein Projekt in's Leben gerufen bei dem ich auch mitgemacht hatte. Dort wurden aus Satzbausteinen zufällige E-Mails generiert, die alle gewisse Schlagworte beinhalteten und aussahen, wie E-Mails von Terroristen.
Jeder der an diesem Projekt mitgemacht hat, hat täglich ein paar dieser E-Mails zugewiesen bekommen, die über die eigene Email-Adresse an einen anderen User in dem Projekt geschickt wurde.
Das war damals als Potest gegen die Mail-Datenspeicherung gedacht und sollte zeigen, dass die ganze Speicherung völlig nutzlos ist, wenn man durch den Haufen von nutzlosen Daten kaum durchsteigt um die wirklich relevanten Daten zu finden.
Ziel war es einfach so viel Datenmüll wie möglich zu produzieren um die Sinnlosigkeit der Aktion zu demonstrieren. Ich fand's ne ganz nette Idee auf diese Art etwas zu protestieren. Es hat jedenfalls in den Medien gestanden und ein wenig Aufmerksamkeit erregt.
Dass diese ganze Vorratsdatenspeicherung nicht all zu viel bringt sollte aber eigentlich auch klar sein. Zum Einen sind die Datenberge viel zu groß um die Mails präventiv nach Hinweisen zu durchsuchen. Es kann später lediglich wieder zur Aufkklärung dienen, wenn es schon längst zu spät ist und was soll das bringen, wenn sich der Attentäter selbst in die Luft gejagt hat?
Zweitens sind die Terroristen ja nicht blöd und werden ihre Mails nicht im Klartext verschicken. PGP und Steganografie sind ja nicht alle zu schwer anzuwenden.
Außerdem würde ich als Terrorist eh andere Kanäle, wie IRC-Channel, IM, VPN, SSH oder so kommunizieren. Natürlich alles verschlüsselt.
Die Terroristen werden das sicherlich genau so machen. Von daher ist es völliger Quatsch anzunehmen, dass man durch die Mailspeicherung irgendwelche Angriffe verhindern kann.
Im Übrigen sehe ich das mit den Anschlägen auch gar nicht mal so dramatisch. OK. Da explodiert ab und zu mal eine Bombe. Was solls. Da gibt es vielleicht mal ein paar Todesopfer und das war's.
Ich hab auch keine Angst vor so etwas, obwohl mein Zug mittlerweile schon drei mal Ziel eines Anschlags war. Einmal diese Kofferbombe und dann hat jemand 2 mal in einem Jahr dicke Eisenblöcke auf die Gleise geschraubt um den Zug zum Entgleisen zu bringen und auf die A2 stürzen zu lassen.
Den haben sie auch noch nicht gefasst und sowas lässt sich auch nicht verhindern und wird eventuell sogar noch mal passieren. Trotzdem ist die Chance bei einem Anschlag um's Leben zu kommen ist sowas von gering, dass man sich lieber über ein paar andere Dinge gedanken machen sollte.
Im Straßenverkehr sterben jährliche hunderte von unschuldigen Menschen, wegen Alkohol am Steuer. Dann frage ich mich, warum die lieben Herrn Politiker den Alkoholkonsum nicht verbieten. Damit retten sie viel mehr Menschenleben, als mit ihren Anti-Terror Maßnahmen.
Alkohol ist sicherlich keine Notwenigkeit in unserem Leben, sondern ein Luxusgut. Die Privatsphäre hingegen halte ich für viel mehr als nur ein Luxusgut, sondern eher für ein Grundrecht einens jeden Menschen.
Wenn es also wirklich darum geht Menschenleben zu retten, dann kann man die Arbeit und das Geld in viel sinnvollere Dinge stecken, als in die Terrorbekämpfung.
Ich sehe zwar ein, dass man in dem Bereich etwas tun muss um es den Terroristen nicht all zu einfach zu machen, aber es ist definitiv nicht den Aufwand wert, den wir heut zu Tage betreiben.





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