... hört sich echt an als wenn du was erlebt hast, so entwickelt man sich weiter.
Auch für mich war das jahr 2010 ein einschneidendes Jahr.
Im Frühjahr diesen Jahres bis zum Sommer hin, war ich der Ungewissheit ausgesetzt. Das Abitur, würde ich es schaffen oder nicht. Die 11te Klasse hatte ich bereits 1-Mal wiederholt, selbst beim zweiten Anlauf war es wie jede Versetzung eine Gradwanderung. Doch Anfang diesen Jahres erhielt ich sie schließlich, die Zulassung zum Abitur, der für mich wichtigste Moment. Denn ich hatte alle Defizite voll in den Grundkursen, in den Leistungskursen durfte ich nur noch 1 haben - die Grundkurse machten mir schon seit Ende der 12ten Klasse Probleme. Mir war klar, mit der Zulassung hab ich den Abschluss in der Tasche, denn die Prüfung ist nicht schwer gewesen, sondern das durchhalten die gesamten 3 (in meinem Falle 4 Jahre), trotz Arbeit, trotz hausgemachten Problemen.
Parallel dazu erlebte ich noch etwas einschneidendes, das Einstellungsverfahren für den gehobenen Dienst der Polizei NRW. In meinen Augen noch schwieriger als das Abitur. Als erstes die Qualifikationen, die man vorzuweisen hat. Führerschein, Abitur, Deustches Sportabzeichen, Rettungsschwimmer, ein lupenreines Führungszeugnis ... und die Testtage. 1ter Tag: Intelligenztest, sowie Konzentrationsleistungen - von 30 fiehlen 4 durch, ich nicht. 2er Tag: Polizeidiensttauglichkeit im physischen Sinne, dazu zählten Voruntersuchung, Hauptuntersuchung, Sehtest, Hörtest, Lungenfunktionstest, Gesichtsfeldanalyse, Ruhe EKG, Belastungs EKG, röntgen der unteren Wirbelsäule. Dort war es nahezu umgekehrt, von den verbleibenden 26 kamen lediglich 5 weiter, einer von ihnen war ich. Knapp einen Monat später erwartete uns der 3te Tag: Assesementcenter, Polizeidiensttauglichkeit im psychischem Sinne, dazu gehörten die Vorstellung, ein freier Vortrag, eine Rollenspiel (Diskussion), eine Stresssituation und ein persönliches Gespräch. 3 Teilnehmer, 1 Verlierer, 1 Gewinner, 1 Zweifel. Ich war der Zweifel. Ich hab alle 4 Tests gemacht, 2 mittelmäßig, 1 besonders schlecht, 1 besonders gut gemeistert. Genug um das Assesementcenter zu schlagen, aber letzten Endes bekam ich fast 3 Monate im Anschluss mitgeteilt, mein Rangordnungswert unterschreitet den zur Einstellung nötigen um weniger als 2 Punkte, ärgerlich. Eine sehr einschneidende Erfahrung für mich.
Schließlich erhielt ich wider erwartens der Oberstufenleitung mein Abitur.
Kurz vorher erhielt ich einen Brief vom Kreiswehrersatzamt, ich sollte mich zum 01.07 in Mayen einfinden und den Wehrdienst antreten. Ich war etwas vor den Kopf geschlagen, im ganzen stress mit dem Abitur und den Einstellungstests vergaß ich völlig, dass ich eingezogen werden würde. Nun musste ich mich entscheiden, und zwar schnell: Entweder Wehrdienst, 200km weit weg. Oder Zivildienst.
Meine Motivation sprach für den Wehrdienst, die Kameradschaft, die Waffen, die Disziplin, die Herausforderungen lockten mich sehr. Doch Zuhause war man auf mich angewiesen, körperlich stark eingeschränkte Eltern, ein geistig behindertes Pflegeking um das sie sich kümmern müssen, immense finanzielle Probleme und schließlich meine Freundin mit der ich fast 2 1/2 Jahre zu dem Zeitpunkt zusammen war, meine Hobbies, meine Freunde, mein Sport. Ich entschied mich den Kriegsdienst zu verweigern, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn es war sehr kurzfristig und eine Stelle hatte ich auch nicht sicher, also bewarb ich mich mithilfe meines Vitamin-B's an den Revierpark, in dem ich schon neben dem Abitur seit 3 Jahren als Aushilfe tätig war (Rettungsschwimmer). Es sollte wohl so sein.
Ende Juli scheiterte die 2 1/2-jährige Beziehung zwischen mir und meiner bis heute traumhaftetsten Freundin, am Alltag, an Missverständnissen, an der Frage "Ist es Liebe, oder Gewohnheit". Ich fragte mich ein halbes Jahr lang diese Frage, doch die Liebe im Unterbewusstsein die ich anzweifelte ließ mich immer dazu neigen, nicht schluss zu machen. Im Sommer fragte sich jedoch meine Freundin diese Frage, sie war dermaßen ratlos, dass sie mich fragte. Ich war mir selbst nicht sicher, doch wo ich mir sicher war, ist dass es besser war es zu beenden. Denn, wenn man anzweifelt zu lieben, es ausspricht als wäre die Antwort schon entschieden, dann liebt man jedenfalls nicht genug um meine Aufopferung verdient zu haben. Schließlich ist die Liebesbeziehung keine Nebensache, sondern ein Fulltime Job. Genauso ist man dadurch reserviert, also hat man im eigentlichen nicht die Chance sich auf etwas besseres einzulassen, weil man nicht die Gelegenheit ergreifen sollte etwas anderes kennen zu lernen. Innerhalb weniger Monate während ich mich sogar hin und wieder noch mit ihr traf, über alles nachdachte, wurde mir klar, dass die Luft raus war. Sie hat mir genug Gelegenheiten eingeräumt um nochmal neu mit ihr zu beginnen, doch die Luft war raus. Wenn die Entscheidung gefällt wird, dass schluss sein soll, dann heißt es auch schluss - ohne Rücksicht auf Verluste. Auch wenn es schmerzt.
Im August, von Anfang bis Ende lernte ich etwas neues kennen, nichts woraus etwas werden könnte, das war mir von vorn herein klar. Ich wollte meine Bedürfnisse stillen, sie erstmal sowieso kennen lernen, lernte sie als neue Azubine auf meiner Arbeit kennen wo ich ab Oktober auch meinen Zivildienst leisten würde. Sie tat sofort als wären wir verheiratet, schwor mir mich zu lieben, doch ihre SMS verrieten etwas anderes: Eines Nachts als sie bei mir blieb, vibrierte ihr Handy, non stop im 3 Minutentakt. Sie schlief, mir fiehl das einschlafen dementsprechend schwer mit diesem Geräusch. Als ich einschlief, es in meinem Traum hörte und mit einbezog und schließlich wieder deshalb aufwachte, entschied ich ihr Handy zu suchen. Ich fand es schnell, wollte nur die SMS wegklicken. Unvorteilhaft, dass man selbst ohne die SMS direkt zu öffnen den ersten Satz des inhaltes lesen kann "Ja wann kommst du morgen zu mir", Absender ihr Ex. Das lässt einem nicht kalt, also wollte ich wissen wieso und laß die vorhergehenden SMS. Ich musste lesen, dass sie ihn noch liebt, mit ihm reden will, ihn braucht, sich mit ihm treffen will. Weiter laß ich nicht, das war mehr als genug um mich vor wut zittern und beben zu lassen, bestimmt eine Stunde lang bevor ich wieder einschlief. Am nächsten Morgen wollte ich so tun, als wäre nichts passiert, doch ich war kalt zu ihr, das merkte sie bereits. Ich fuhr sie zur Arbeit, und nach der Arbeit fragte ich sie, was sie noch so vorhabe, sie redete irgendwas von nochmal in die Stadt, zur Bank, was erledigen. Ich sprach sie auf ihre SMS an, sagte ihr, dass es unmöglich ist, mir vorzugaukeln mich zu lieben, aber den Ex noch dasselbe zu beteuern und sich parallel mit ihn treffen zu wollen. Sie behauptete, mit ihm nur nochmal reden zu wollen und das die Methode wäre ihn dazu zu kriegen, damit sie ihm ausredet mist über sie zu erzählen. Da ich sie nur mochte, aber nicht liebte, war klar, dass ich auf sie verzichten konnte. Sie Ritzte sich meinen Namen ins Handgelenk, weil sie krampfhaft versuchte mich bei sich zu behalten. So lange wie sie mir noch hinterher rannte, glaubte ich echt, dass sie mich geliebt hat.
Schließlich Trat ich am 01.10ten meinen Zivildienst an. Seit dem habe ich gut zu tun, eine 38,5 bis 54 Stundenwoche hat ihren Preis. Nebenbei das aufeinandertreffen mit der Affaire, war zur Belustigung einer meiner Vorgesetzten beiträgt sowie einiger meiner Kollegen auf der Arbeit. Zivi, als Zivi ist man das Mädchen für alles... für alle niederen Arbeiten. Von Feuerholz stapeln und einlagern, Lampen reparieren, Pumpen schleppen, Laubblasen bis Schneeschaufeln. Gerade zur Zeit sehr angenehm. Doch wenigstens weiß ich nun was es heißt zu arbeiten, wobei ich nie angezweifelt habe damit Probleme zu haben.
Nebenbei hat sich die finanzielle Lage daheim verschlechtert, meine Mutter und mein Stiefvater haben enorme Schulden und die Banken stellen sich quer die Aussicht zu verbessern, dass heißt alle Kredite zu vereinen. Nebenbei habe ich seit dem Zivildienst weniger einkünfte als Vorher. Ich verdiene zwar 300 Euro mehr als im Aushilfsjob, aber erhalte kein Kindergeld mehr und mein Vater hat im glauben, ich verdiene jetzt genug, den Unterhalt eingestellt. Meine Mutter klagt dagegen, was zur Folge hat, dass das Verhältnis zu meinem Vater zersplittert, da ich die Klage zulasse. Jedoch hat er als einzelne Person, auch wenn er jetzt eine Freundin hat, so viel allein wie unser Haushalt für 4 Personen und er stellt sich Stur aufgrund seiner Spielsucht.
Als wäre dies nicht schon elends genug was mich und mein soziales Umfeld betrifft, hab ich auch den Kontakt zu meinen nun ehemals besten Freund abgebrochen, schlichtweg weil er mich psychisch belastet hat. Sein Drogenkonsum, seine familiären Probleme und seine ständigen Provokationen mir gegenüber, da ich noch Kontakt zu einer nun auch ehemaligen Freundin hatte, die für mich nie mehr war als nur eine beste Freundin, er jedoch liebte und mir vorwarf, dasselbe zu empfinden.
Beide, obwohl ich bis ende Oktober stetigen Kontakt mit ihnen hatte, waren die Einzigen, die mir NICHT zum Geburtstag gratulierten, sondern ihn schlicht vergaßen.
Das war für mich die erste Enttäuschung und der Abbruch des Kontaktes zur Freundin für die ich viel gemacht hatte, damit sie wieder nach Deutschland kommen durfte. Den Abbruch des Kontaktes zu meinem Freund hab ich einfach besiegelt, als er mich dermaßen mit ihr nervte, dass ich dermaßen genug von ihn hatte. Alles was noch von ihm kommt sind SMS mit Metaphern, die symbolisieren sollen, dass ich kein Freund sei. Mir soll es egal sein.
Nun hatte ich am 9ten diesen Monats erneut den ersten Einstellungstag bei der Polizei absolviert. Schließlich weiß ich nun woran es erst im Frühjahr diesen Jahres gescheitert ist und das Abitur hab ich extra gemacht um Beamter werden zu können, also wieso nicht. Die restlichen beiden Tage finden jedoch erst im Frühjahr 11 statt, sowie ein Einstellungverfahren bei der Deutschen Bahn.
Der Heiligabend heute, war der miserabelste meines Lebens, der erste ohne Geschenke untereinander mit Ausnahme meiner kleinen Schwester (Das geistig behinderte Pflegekind, eigentlich meine Nichte), mit gedrückter Stimmung, wenig lachen und katastrophalen Wetterverhältnissen. Wenigstens gab es lecker essen... das war mein Jahr 2010 bis zum jetigen Zeitpunkt.
Falls jemand wirklich bis hierher in einem Stück laß, meine Anerkennung, vielen Dank![]()






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