Zum Thema "Killerspieldebatte" muss ich ein bisschen was über mich persönlich erzählen.. Als ich in der siebten Klasse war, wurde ich öfters gehänselt oder gemobbt. Das lag wohl daran, dass ich immer sehr zurückhaltend war, was wohl auf die Scheidung meiner Eltern zurückzuführen war. Ich entwickelte Hass gegen betreffende Personen, legte mir ein Klappmesser mit Klingensperre zu (also kein Schweizer). Damit hatte ich nicht vor, etwas anzustellen, ich wollte mir nur Respekt verschaffen. Das hat auch geklappt.. Als ich das bemerkte, ging es so weit, dass ich täglich mit um die 10 Messer in den Taschen rumlief:
4 Klappmesser, 2 Wurfmesser und 1 Wurfstern (geschärft), 1 Jagdmesser (militärisch), 2 Butterfly und 1 Pepperspray waren's glaub ich. Ich wäre sogar mit genügend Geld an Schusswaffen gekommen.
Naja, irgendwann hat der Respekt aber doch wieder nachgelassen.. Ich wurde wieder provoziert und zuhause lief auch alles schief ~> Mein Vater ließ meine Schwester und mich den kompletten Haushalt schmeißen und hat uns wegen Dingen wie einer offenen Schublade angebrüllt, wenn er Abends um 8-10 Uhr von der Arbeit kam, meine Mutter war in meinen Augen die grösste S**lampe überhaupt... Das einzige, was mich derzeit von einem Amoklauf oder Selbstmord abhielt, war wohl mein Verstand.
Nun ja, wie es damals mit Videospielen aussah: Ich besaß keinen PC, sondern nur meine Nintendo Konsole und ein paar Super Mario und Zelda Spiele.
Hätte ich mich damals nicht beherrschen können und wäre tatsächlich Amok gelaufen, wären dann Super Mario und Zelda schuld gewesen?
Als ich meinen ersten PC kaufte, konnte ich in Shootern meine Wut und meinen Stress abbauen und ich musste sie nicht mehr in mich hineinfressen. Meine "Messerleidenschaft" ließ nach und als ich in eine andere Schule gegangen war, war sie nicht mehr existent. Außerdem konnte ich mich dank Foren, Chats und Onlinespielen wieder an Gemeinschaften gewöhnen und wieder besser mit Menschen reden und umgehen.
Meine Lebensgeschichte bestätigt eigentlich nur die Dummheit der Politiker.. Ich kam leicht an Waffen, ich war verbittert wegen familiären, schulischen und gemeinschaftlichen Problemen. Ich hätte fast ein Amokläufer sein können, obwohl ich "Babyspiele" spielte. Die letzten Amokläufer haben 100%ig wegen einer ählichen Situation so gehandelt und nicht wegen einem Counter Strike am PC. Der Asiate zum Beispiel besaß ja nicht mal einen PC...
Mein PC und FPS halfen mir eher, diese Situation zu überstehen, ohne eine tickende Zeitbombe zu sein. Außerdem hielten sie mich davon ab, zu Drogen zu greifen (auch Alc und Zigaretten sind für mich bis heute tabu).
Die deutsche Politik geht mir dermaßen auf den Keks, dass ich mir tatsächlich überlege, bald in das momentan von mir 30 km entfernte Österreich zu ziehen.. Es ist nicht nur die "Killerspieldebatte", die mich dazu veranlasst. Ich werde aber nie den Glauben daran verlieren, dass innerhalb der kommenden 30 Jahre in Deutschland ein Shooter so normal und akzeptiert wie ein Thriller sein wird.
Ich hoffe, es ist nicht allzu schlimm dass ich so viel off-topic geschrieben habe.
Deshalb nochmal back to topic:
Ich persönlich hoffe und glaube nicht, dass Crysis gekürzt wird. Das Blut spritzt nicht im Übermaße, es hält sich doch ähnlich wie in Half-Life 2 in Grenzen. Da hätten sie eher Doom3 kürzen sollen. Menschen kann man zwar zum "Wandöffnen" missbrauchen, doch das sieht nicht unbedingt schlimmer aus, wie das Rumschleudern der Combine mit der Gravity gun in HL2.
Falls die USK doch meint, irgendetwas kürzen zu müssen: Wie gesagt, um in Österreich einkaufen zu gehen, sind's nur 30km..
Ansonsten kann ich mich auch den meisten von euch anschließen: Das Kürzen von Medien für Erwachsene ist eine Sauerei. Es bleibt uns dann eben nichts anderes übrig, uns damit zufrieden zu geben oder das Spiel zu importieren.. Was für einen Jugendlichen sogar einfacher wäre, als das Spiel in Deutschland zu kaufen.