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Thema: "Killerspiele" - Diskussionsthread

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  1. #11
    Semi Pro Avatar von Heinz_Baer
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    BTT:

    Hab die Trauerrede vom Bundspräsidenten angeguckt und finde es lächerlich, dass einige sich hier über die Formulierungen über Spiele und Filme aufregen. Er hat versucht eine vielschichtige und allumfassende Rede zu halten. Wenn man hier die Gewalt in den Medien weglässt, ist man einfach relaitätsfern. Man muss sich doch eingestehen, dass in einer übermoralischen Gesellschaft niemand zum "Killerspiel" greifen drüfte, aus reiner Pietät. Ich sehe hier, wie fast alle versuchen, ihr kleines Hobby zu rechtfertigen. Dabei gilt fast ausschließlich das Argument: "Ich spiele Killerspiele und bin kein Amokläufer".
    Dass sie aber tatsächlich einen Menschen verändern können und dass deshalb eine Teilschuld am Amoklauf ihnen gebührt, übersehen viele. Oder kann mir einer sagen, warum ihr zwar alle die Alterbeschränkungen für sinnvoll haltet, auf der anderen Seite den negativen Einfluss der Spiele aber abstreitet?

    Eine weitere Sache die mir auffällt: Hier wollen zwar alle von Killerspielen ablenken und greifen Gesetzesvorschläge zum Thema an, auf der anderen Seite fordern sie aber das Eingreifen der Politik, um das Problem zu lösen. Nun sollte man wissen, dass die Politik an der "Gesellschaft" (die scheint laut Thread der Hauptschuldige zu sein) überhaupt nichts ändern kann. Sie beschränkt sich deshalb auf Bereiche, wo Gesetze direkt wirken können. Das sind eben die Killerspiele oder das Waffengesetz.

    Außerdem wird hier immer das "Mobben" als Grund herangezogen. Dazu kann ich sagen, dass es zwar nicht schön für die Betroffenen ist, aber daran auch überhaupt nichts geändert werden kann. Im Gegenteil, es hat sogar eine wichtige Funktion. Die Gesellschaft schafft sich damit ihren eigenen Menschentyp, der notwendig ist, um in ihr zu bestehen. Wer "anders" ist, wird verbogen, bis er gerade ist oder zerbricht. Das ist hart, aber es ist auch natürlich. Wer zwischen seiner Andersartigkeit und der Gesellschaft einen Kompromiss findet, wählt den richtigen Weg.

    Zuletzt: Der Mensch ist nunmal kein Engel. Er neigt zum Guten wie zum Bösen (Stichwort Todestrieb). Wer das Böse verdammen will, begeht den selben Fehler, den ein Kommunist begeht: Er vernachlässigt die menschliche Natur. Für mich sind die zu beklagenden Opfer tragisch, man versetzte sich in die Lage der Familien. Aber es sind auch Opfer, die nicht zu vermeiden sind, wenn man die Freiheit jedes einzelnen nicht einschränken will. Die Aufgabe des Staats war es schon immer, den Ausgleich zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden, und wenn einem die Kontrolle zu weit geht, hat man das Recht (Pflicht???), dagegen zu protestieren (wählen???).
    Das Zitat ist schon mal gefallen, aber ich kann es nur wiederholen:

    "Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." (Aristoteles)

    Ich warte auf den Tag, wo im ganzen Land Gummimatten angeschraubt werden, damit sich niemand mehr wehtut.
    Geändert von Heinz_Baer (28.03.2009 um 23:38 Uhr)

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