Nur um das klar zu stellen. Ich bin von diesem Zypern-Coup genauso wenig begeistert wie wohl die meisten.
Der Finanzoase der obersten 10.000 Russen jetzt auch noch mit Steuergeldern unter die Arme zu greifen und, salopp gesagt, auch den kleinen Mann dafür bluten zu lassen ist ein in meinen Augen unverantwortlicher und sehr falscher Weg.
ABER, hier greift meiner Meinung nach das gleiche Argument wie im Fall Griechenlands. Die Bürger sind der Staat, die Bürger haben es in der Hand. Wie lange wurde das von der Bevölkerung Zyperns toleriert was mit ihrem Finanzsystem angestellt wurde?
Es hat sich in Griechenland auch niemand darüber beschwert, schon in einem relativ niedrigen Alter in Rente zu gehen und dann hohe Beiträge zu kassieren. Man kommt ja nicht mit gesundem Menschenverstand darauf, dass solch ein Luxus gesellschaftsweit ungesund für die Finanzen des Landes sein könnten.
Was die Zyprioten jetzt erdulden müssen ist nur das, was sie selber zugelassen haben. Und spätestens seit dem arabischen Frühling ist die Denkweise der machtlosen Bevölkerung gegenüber dem staatlichen Unterdrücker wohl endgültig als fauler Aberglaube entlarvt worden.
Nach meinem bescheidenen Erfahrungsschatz erlebe ich es nur zu oft wie hohes Alter nicht größeres Wissen und Verständnis, sondern häufig Arroganz und Resignation zur Folge haben.Ich bin aber auch bereit, Deiner Erfahrung und Meinung, die Du frisch studiert hast zu folgen:
(ich habe ja mit meinen 69 Lebensjahren weniger Erfahrung)
Das halte ich eher für eine voreilige Schlussfolgerung. Inwiefern Unerfahrenheit Tatsachenverständnis- und realisation beeinträchtigt erschließt sich mir nicht. Ich glaube eher das ein hohes Maß an Erfahrung häufig dazu führt das Leute zu starr und fest in ihren Ansichten verharren und in Entscheidungsprozessen arrogant und vorschnell handeln.Wer bereits von Altlasten für die Zukunft spricht, kennt die Realität noch nicht, da unerfahren. Ich erwarte, dass meine/die "Nachkommen" endlich aktiver werden und das bisher Erreichte zumindest sichern, besser erhöhen werden. Nein, da wird nur gejammert und gestöhnt.
Das liegt wohl daran das sich der Mensch, im Laufe der Zeit Erfahrung sammelnd, in seinen Handlungs- und Denkensmustern verändert, aber die gegebenen Handlungsbedinungen und die Gefahren ihrer Konsequenzen größtenteils gleich bleiben.
Wenn, als schlechtes Beispiel, ein junger und unerfahrener Sprengstoffentschärfer aufgrund seiner fehlenden Erfahrung bei jedem Einsatz vorsichtig und überlegt handelt, handelt er damit nicht besser als der ältere und weit erfahrenere Kollege, der aufgrund seiner Erfahrung dazu neigt in der Routine unvorsichtiger zu sein (Schlechtes Beispiel weil es KEINE Zwangsfolge sein muss, es kann ja auch sein das er eben weil er viel Erfahrung hat immer vorsichtig agiert).
Und was jammernde und stöhnende Nachkommenschaft betrifft. Meine Generation und jünger hat es wohl wesentlich schwerer als die vorherige, aufgrund der verschärften und konkurrenzlastigeren Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage.
Und die vielen Handlungsfreiheiten die man der Jugend heutzutage ermöglicht, höhere Schulausbildung, Studium, Auslandsjahre, Praktika, gesellschaftliches- und politisches Engagement entpuppen sich für viele bereits als Zwänge, da man, wenn einem diese Dinge ermöglicht werden natürlich auch die Verantwortung tragen muss wenn man sie nutzt oder nicht und viele damit schlicht und ergreifend überfordert sind.
Während gleichzeitig die gestalteten Möglichkeiten der Mitbestimmung in der Politik und Wirtschaft jungen Menschen immer noch stark eingegrenzt werden.
Da braucht man sich nicht zu wundern das die Rate psychisch gefährdeter und kranker junger Menschen erschreckend rapide steigt...
Da fällt es einem natürlich leicht zu sagen das die Probleme der jungen Generation nur auf ihre Bequemlichkeit zurückzuführen ist, wenn man selbst unter simpleren Umständen "groß" geworden ist und in das System der fleißig arbeitenden Mittelschicht integriert wurde.




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