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Thema: Aktuelle Nachrichten

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  1. #1
    Semi Pro Avatar von Heinz_Baer
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    Standard

    Also ich hab jetzt bissl eure Diskussion mitgelesen und muss sagen, dass beide Seiten wohl bissl Recht und Unrecht haben.

    Leute die bei so nem Video in Tränen ausbrechen sollten sich das noch 100 mal angucken und dann mal schauen, was ihre Gefühle sagen. Und genau so ist Krieg: Es ist alles Gewohnheit. Das innere Gefühl legt aber lange nicht fest, was da richtig und was da falsch sei. Wenn man ne Kuh töten müsste, würde das beim ersten Mal auch schwer fallen, Metzger machen das hauptberuflich und der Beruf ist gesellschaftlich anerkannt. Ich würd gern denen sagen, die von dem Video entsetzt sind: Krieg ist blutig und von etwas hören ist immer anders als es in Bildern zu sehen, aber deswegen muss man nicht ne Revolution starten und auf die Barrikaden gehen. Tatsächlich ist die Szene, wo einer hinter der Hauswand vorguckt, etwas verdächtig.
    Wer Krieg im allgemeinen verdammt, ist sich nicht im klaren, dass er auf der einen Seite der menschlichten Natur entspricht und auf der anderen Seite Ursache von Veränderungen ist, die wichtig und notwendig sind.

    Die Leute die das Video rechtfertigen: Dazu muss man schon ganz schön abgebrüht sein und wohl etwas über das eigene Mitleid hinwegtäuschen. Was soll das "das könnten Terroristen sein"? Jeder Iraki könnte Terrorist sein, deswegen braucht man sie nicht alle umbringen. Und wer die Schießwütigkeit der Soldaten mit "Stress" überspielen will, ist auch bissl blind. Ja, die wurden dazu ausgebildet, die sind das gewohnt und wollen wahrscheinlich auch mal handeln, aber deswegen muss man das "auf Verdacht schießen" doch noch lange nicht befürworten. Man kann sich ja auch in die Lage eines Vergewaltigers versetzen und sein Handeln nachvollziehen, richtig finden muss man das deswegen nicht. Ich seh hier nur zwei Fronten die sich je nach ihrer vorherigen Meinung einer Interpretatinon anschließen.


    Was für mich am Ende viel bemerkenswerter ist: Zu welchen perfiden Mitteln des Krieges sind wir gekommen? Wie schön war doch die Zeit, wo zwei Gegner sich gesehen haben und dann zwangsläufig an den Kugeln gemerkt haben, ob es sich um Freudn oder Feind handelt. Oder Zeiten, in denen jeder Soldat noch ne Uniform anhatte und niemand hinterrücks Attentate verübte. Ernsthaft, ich würde auch Mitleid empfinden, wenn dort unten Terroristen bis an die Zähne bewaffnet stehen. Ganz einfach weil ich es nicht für fair empfinde, wenn man seinen Gegner weder sieht noch hört und auch nicht zurückschießen kann. Krieg ist immer etwas unfair, aber ich denke das Verständnis vom Krieg hat sich nicht gerade zum Positiven entwickelt. Was früher Schlagabtausch war, ist jetzt immer absolutes Unterwerfen des Gegners und Vernichten aller Feinde.


    Von Moral braucht man aber bei allem gar nicht erst zu reden, denn nicht nur Krieg, sondern auch das Leben ist unmoralisch. Wer von den Moralexperten hier lebt denn nach einer festen und unumstößlichen Moral?

  2. #2
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    Das Video ist ja sogar noch unglaublich harmlos.

    Verstehe sowieso gerade nicht so ganz warum das ganze so in den Mittelpunkt rückt.
    Zivilisten wurden schon öfters versehentlich getötet.
    USA belügt und verheimlicht doch ständig irgendwas.
    Was ist an dem Fall so besonders? Weil wikileak es irgendwie geschafft hat an das Video zu kommen?auf apachvideos.com/liveleak findet man sowas zu Haufen.
    Auch wenn das nun schon etwas speziell ist, da ja Zivilisten ums Leben gekommen sind.


  3. #3
    Hepta
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Heinz_Baer Beitrag anzeigen
    [...] Was für mich am Ende viel bemerkenswerter ist: Zu welchen perfiden Mitteln des Krieges sind wir gekommen? Wie schön war doch die Zeit, wo zwei Gegner sich gesehen haben und dann zwangsläufig an den Kugeln gemerkt haben, ob es sich um Freudn oder Feind handelt. Oder Zeiten, in denen jeder Soldat noch ne Uniform anhatte und niemand hinterrücks Attentate verübte. Ernsthaft, ich würde auch Mitleid empfinden, wenn dort unten Terroristen bis an die Zähne bewaffnet stehen. Ganz einfach weil ich es nicht für fair empfinde, wenn man seinen Gegner weder sieht noch hört und auch nicht zurückschießen kann. Krieg ist immer etwas unfair, aber ich denke das Verständnis vom Krieg hat sich nicht gerade zum Positiven entwickelt. Was früher Schlagabtausch war, ist jetzt immer absolutes Unterwerfen des Gegners und Vernichten aller Feinde. [...]
    Denk mal in die andere Richtung: Die, denen man nachsagt, sie seien Terroristen, tragen auch keine Uniformen - sie sehen aus Jedermann und niemand.

    Bei den Taliban in Afghanistan ist es etwas leichter, die müssen Bärte tragen - wobei das bei Gott kein Garant dafür ist, dass eine Person tatsächlich dieser Gruppe angehört, es ist lediglich ein Hinweis. Andererseits gibt es aber auch schon Gruppierungen, die sagen, dass man sich, um seine Feinde zu täuschen, "verkleiden" darf - also in dem Fall keinen Bart zu tragen hat.

    Das mag ein sehr profanes Beispiel sein, aber stell dir mal vor gegen einen Feind zu kämpfen, der aussieht wie ein normaler Bürger, ohne jegliche Kennung.

    Ich bin der Meinung, dass man diesen Soldaten nichts nachsagen kann, da man die Bewaffnung der Leute eindeutig feststellen kann, allerdings ebenso wie das große Objektiv der Kamera eines der Journalisten.

    Das, was sie getan haben, ist also nicht zu 100% falsch - es is das Handeln eines Soldaten, und die sind in der Regel aufs Töten gedrillt.

    @Sommermn, einen Post nach mir:
    Das wäre vermutlich das klugste.
    Geändert von Hepta (07.04.2010 um 11:36 Uhr)

  4. #4

    Standard

    Ich denke wir sollten hier vielleicht wirklich mit dem Thema abschließen, da wir wie schon gesagt zu keiner "Lösung" kommen werden.

  5. #5
    Professional Avatar von HunT
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    Zitat Zitat von Heinz_Baer Beitrag anzeigen

    Was für mich am Ende viel bemerkenswerter ist: Zu welchen perfiden Mitteln des Krieges sind wir gekommen? Wie schön war doch die Zeit, wo zwei Gegner sich gesehen haben und dann zwangsläufig an den Kugeln gemerkt haben, ob es sich um Freudn oder Feind handelt. Oder Zeiten, in denen jeder Soldat noch ne Uniform anhatte und niemand hinterrücks Attentate verübte. Ernsthaft, ich würde auch Mitleid empfinden, wenn dort unten Terroristen bis an die Zähne bewaffnet stehen. Ganz einfach weil ich es nicht für fair empfinde, wenn man seinen Gegner weder sieht noch hört und auch nicht zurückschießen kann. Krieg ist immer etwas unfair, aber ich denke das Verständnis vom Krieg hat sich nicht gerade zum Positiven entwickelt. Was früher Schlagabtausch war, ist jetzt immer absolutes Unterwerfen des Gegners und Vernichten aller Feinde.
    Ja, das waren wirklich ehrenvolle Zeiten, wo der Gegner noch eine Uniform trug! Heute kann man nie wissen, ob das ein Zivilst oder ein Terrorist ist. Als heutiger Soldat weißt du garnicht mehr, wer Feind und wer Freund ist. Es ist für mich daher auch nachvollziehbar, wenn man sagt, bevor ich ausgeknipst werde, schalte ich lieber den anderen aus. So hart das auch klingen mag, aber wem selber nie Kugeln um die Ohren geflogen sind, wird auch nicht verstehen, was ich damit meine.

    Von Moral braucht man aber bei allem gar nicht erst zu reden, denn nicht nur Krieg, sondern auch das Leben ist unmoralisch. Wer von den Moralexperten hier lebt denn nach einer festen und unumstößlichen Moral?
    Ich finde es sowieso lustig, wenn Leute von Moral sprechen, aber selbst faules Fleisch sind. Andere zu hintergehen, zu betrügen, sie seelisch zu verletzen oder einfach nur Steine vor die Füße des anderen legen finde ich mindestens genauso schlimm, wenn auch gar schlimmer wie einen Menschen erschießen...

    Bevor wir andere verurteilen, sollten wir selbst mal in den Spiegel schauen und das kranke Fleisch herausschneiden. Wer eine bessere Welt will, sollte bei sich und den Umgang mit seinen Mitmenschen anfangen und nicht mit der Moralkeule schwingen, die mehr schadet denn nützt.
    "Mit dem Wort 'Zufall' gibt der Mensch nur seiner Unwissenheit Ausdruck."
    (Laplace, frz. Astronom u. Mathematiker, 1749-1827)

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