Naja, auch ich rauche ab und an mal einen Joint. Und ab und an trinke ich auch ein Bier.
Ich weiß, eigentlich ist es Quatsch. Warum mache ich es trotzdem?
Ganz einfach: Weil ich lebe...
Der Mensch braucht die ganze Drogenscheiße eigentlich nicht. Und das ist auch gut so. Wenn ich mir diverse Leute in meinem Bekanntenkreis anschaue, dann weiß ich auch, warum Mutter Natur die Drogen eigentlich nicht eingeplant hatte...
Aber man muss hier differenzieren zwischen dem 24/7 Dauerkiffer und jemandem wie mir, der am Wochenende mal mit Freunden (nie allein!) einen oder zwei raucht.
Man wird dadurch lockerer, man lacht viel, viel mehr und man fühlt sich einfach gut.
Man vollzieht zusammen ein Ritual, welches mit dem Bau des Joints beginnt, mit dem Anzünden durch den "Baumeister" fortgeführt wird und mit einer locker-entspannten Atmosphäre endet. Man redet offen über Dinge, über die man sonst nicht reden würde.
Ich habe einer sehr wichtigen Person in meinem Leben in "bekifftem" Zustand etwas gesagt, was ich mich sonst nicht getraut hätte. Es war zu 100% die richtige Entscheidung.
Manche Leute würden jetzt sagen: "Du bist 'ne feige Sau, dass du sowas brauchst um offen reden zu können...".
Falsch gedacht, ich bin einfach nur jemand, der nicht gerne mit anderen Leuten (außer 2-3 Personen) über seine Gedanken und Gefühle redet.
Oder man sitzt gemütlich mit einem Freund / einer Freundin in einem Café und trinkt ein Bier. Was ist daran auszusetzen?
Ich bin niemand, der zwanghaft versucht, an irgendwelche Drogen zu kommen und ja immer einen gewissen Alkoholspiegel im Blut haben will.
Ich lasse mich nicht Woche für Woche volllaufen, ich weiß jedes Wochenende wer ich bin, wie ich heiße, wie ich heimkomme, was ich will.
Und darauf kommt es mir an.
Klar, auch ich war schon 2-3 mal derbe betrunken. Aber ich habe Freunde, die mich stoppen, wenn es zuviel wird. Aber in 99% der Fälle ist das gar nicht nötig, da ich eigentlich eh nach maximal 5 Bier aufhöre...
Ich bin nicht psychisch labil; habe gute, soziale Kontakte; ich stehe mit beiden Beinen im (Schul-)Leben (Gymnasium Klasse 12). Ich habe gute Noten, werde mit ziemlicher Sicherheit ein gutes Abitur machen.
Allerdings muss ich aber eines sagen:
Es kommt immer darauf an, in welcher Situation seines Lebens man mit Drogen in Kontakt kommt.
Vor 4 Jahren war ich genau das, was man ein "Kellerkind" nennt. Nur zocken, keine Freunde, übergewichtig usw usw usw.
Wenn ich in dieser Zeit nicht von meinem besten Freund aus diesem "Sumpf" herausgezogen worden wäre, und ich in dieser Zeit mit THC/Ethanol in Kontakt gekommen wäre, dann wollte ich nicht wissen, wie ich heute wäre.
Ich könnte spontan mehrere Leute nennen, die an Alkohol und Cannabis zugrunde gegangen sind.
Der eine wird wegen Halluzinationen, Depression, ADHS und Dauerkiffen von einer Spezialklinik in die nächste weiter gegeben.
Der andere ist durch ständiges kiffen total teilnahms- und Antriebslos geworden. Er hat einen miserablen Schulabschluss und nur mit sehr viel Glück (und durch Kontakte seiner Eltern) eine Lehrstelle gefunden.
Ein Dritter ist jedes Wochenende besoffen bis zum Gehtnichtmehr; er könnte schon fast ein Abo für den Krankenwagen abschließen...
Was folgern wir daraus?
Es kommt immer auf mehrere Faktoren an, wie die Droge ansetzt.
Wenn psychische Probleme im Spiel sind, würde ich auf jeden Fall die Finger von Drogen lassen und mir professionelle Hilfe suchen.
Aber wenn man mit beiden Beinen im Leben steht, ist gegen ein Bier/einen Joint am Wochenende absolut nichts einzuwenden.
Letztendlich kommt es also immer auf einen entscheidenden Faktor an: den Faktor "Mensch"





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