Etwas spät^^...aber naja......lieber später als nie!
Unglaublich?
Nach 15 Stunden, 21 Minuten, 42 Schätzen und 16 Trophäen war ich mir nicht mehr so sicher ob ich ein Spiel gespielt oder in einem Actionfilm mitgemacht habe!
Ich meine...was soll das? Ich lege den Nachfolger von einem der schönsten Konsolenspielen in mein Laufwerk, erwarte wieder gut inszenierte Action, glaubwürdig agierende Charaktere, eine gute Synchronisation, etwas mehr Umfang und natürlich leicht verbesserte Grafik!
Kurz...halt alles was man von bisherig gespielten Fortsetzungen gewohnt ist!
Und was passiert?......die Tutorialmission ist schon weit spannender und aufregender designt als im Vorgänger der Endboss.
Sympathieträger Drake blutet und muss sich an und durch einem am Abhang hängenden Waggon klettern um festen Boden unter den Füßen zu haben.
Nachdem er das geschafft hat, nicht ohne mehrmals dem gescripteten fast Tod ins Auge zu sehen, schleppt er sich durch ein wirrwarr von Waggons, wird mehrmals zu Boden geworfen, rappelt sich wieder auf und findet einen im Schnee steckenden Dolch!
Tutorial ende.
Und schon beginnt ein neues Trainingslevel in dem mir auch gleich ein, für Uncharted, neues Gameplayelement im wahrsten sinne des Wortes spielend leicht beigebracht wird!
Schleichend Gegner in den Rücken fallen und ausschalten!
Warum?...weil Drake mit einem alten Freund in ein Museum einbrechen muss!
Er muss es machen weil in einem der dort ausgestellten Artefakte der Hinweis verborgen ist wo die 13 verschollen Schiffe die Marco Polo auf seinem Rückweg von China irgendwie verloren, aber nichts über ihren verbleib erwähnt hat, zu finden sind!
Das ist in der kurzen Beschreibung auch die Hintergrundstory zu Uncharted 2.
Drake macht sich auf ebendiese Schiffe zu finden, die dann nicht überraschender Weise den Hinweis auf ein noch größeres Geheimnis Preisgeben.
Und das ist auch schon einer meiner zwei Kritikpunkte an diesem Spiel!
Die Story ist nicht sehr originell und ich hatte ständig den Eindruck die Wendungen und Überraschungen schon irgendwie, irgendwo einmal gesehen zu haben.
Was aber nicht so schlimm ist. Denn schon Uncharted 1 war nicht bekannt durch eine intelligente Story sondern durch eine recht motivierende Gameplaymischung aus Ballern, Klettern und Rätseln.
Und Naughty Dog hat es mit dem Nachfolger geschafft ebendiese drei Basisgameplayelemente so weit zu verbessern das sie fast als vollkommen gelten können.
Zum Beispiel das ballern respektive die Gefechte!
In Drakes Fortune waren diese zwar durch eine recht knackige KI anspruchsvoll und durch ein bekanntes Deckungsfeature noch taktisch angehaucht, verliefen aber...nun...ich bezeichne es gerne als zäh und immer wieder gleich.
Was auch daran lag das sich die Levels in Drakes Fortune recht wenig voneinander unterschieden!
Man hatte einen abschnitt indem man klettern musste...und dann einen in dem man ballern musst!
So strickt waren sie meistens getrennt
In Among Thieves hingegen gehen kletter bzw. Rätselabschnitte flüssig in Schießereien über!
Das beste Beispiel dafür sind die Levels die in Nepal spielen.
Es gibt nie Leerlauf. Immer in dem Moment wo ich denke.....
"So...jetzt mal wieder R1 im dauerklicken wäre nicht schlecht!"
...höre ich ein
"Da ist er!"
und schon fliegen mir bzw. Drake die kugeln um die Ohren.
Ich laufe über Dächer vor einem Helikopter davon...unter mir bricht das Dach ein und Drake hält sich gerade noch fest bevor er stürzt.
Während ich durch ein Hotel laufe das von dem Helikopter beschossen wird wehre ich mich gegen Feinde indem ich sie Erschieße oder Totschlage (der Nahkampf wurde weit besser ins Spiel eingebaut als noch beim Vorgänger) und zwar solange bis der Heli das Hotel zum einsturzt bringt...und ich bin noch drin!
Diese Szene, die man aus der E3 Demo kennt, zu sehen ist schon geil...aber sie selber zu spielen ist, so doof es auch klingt geiler!
Und solcherart Szenen begegnen dem Spieler in U2 recht häufig!
Mit Drake fiebert man mal nebenbei gesagt in AT mehr mit als noch im Vorgänger.
Das liegt zum einen wieder an der sehr guten Synchronisation (Deutsch wie Englisch) und zum anderen daran das Drake eigentlich immer genau das Ausspricht was ich als Spieler denke.
Am Auffälligsten war das als Drake einen Zug von hinten aufräumt.
Ich ballere ein paar Gegner nieder und denke mir
"Die hatten kein Ticket"
Was sagt Drake?...
"Fahrkartenkontrolle"
Ich denke mir das der zug mal langsam enden könnte.
Was sagt Drake
"Wie lang ist dieser Zug eigentlich?"
Und das sind nur zwei Beispiele in einem Abschnitt.
Auch wirken die Figuren lebensechter! Die Bewegungen von Drake sind sehr Realitätsnah. Die Mimik ist bei ihm...und auch allen anderen Figuren sehr gut und setzt standarts!
Die Technik von Uncharted 2 ist im allgemeinen auf einem Level über das man nur staunen kann!
Durchgehend hoch aufgelöste Texturen bei Wänden, Böden, Decken...detalierte Objekte die Physikalisch korrekt simuliert werden. Sehr detalierte Charaktere von Kopf bis Fuß, Partikeleffeckte wie Rauch und brachiale (ohne übertrieben zu wirken) Explosionen, glaubwürdige Umgebungslandschaften und eine Weitsicht die selbst einige PC Grafikpornos nebenan stellt!
Ich glaube ich kann 1000 Worte finden über die Technik in Uncharted 2.....aber das Wort Unglaublich fast es gut zusammen.
Denn es ist unglaublich das bei enorm actiongeladenen Szenen wie der oben erwähnte Einsturz eines Hotels die frames bei dieser Grafikpracht stabil bleiben!
Wo es bei Grafikbomben wie Gears of War, Heavenly Sword, Killzone 2 spürbare kurzzeitige Einbrüche der frames bei actiongeladenen abschnitten gibt, ist in Uncharted 2 nie etwas dergleichen zu bemerken!
Was kann ich über den Umfang sagen....nun wie oben schon geschrieben habe ich für den ersten Durchgang 15 Stunden gebraucht. Dabei muss ich erwähnen das ich bewusst langsam gemacht habe und nach schätzen suchte und einige Trophäen freispielte.
Mittlerweile habe ich es ein zweites mal durch und bin jetzt bei einer Gesamtspielzeit von 24 Stunden....da habe ich bei zweiten Durchgang knapp 9 Stunden gebraucht!
Beim Umfang ist auch mein zweiter Kritikpunkt zu finden.
Obwohl man in fast allen Levels einen Begleiter hat gibt es keinen Singleplayerkoop!
Das liegt daran das man leider (aber auch glücklicherweise) nicht durchgehen mit derselben Person unterwegs ist! Mal ist es Sully, mal Chloe, mal Elena!
Aber trotzdem ist es schade...da das Gameplay regelrecht danach schreit.
Dafür haben die Entwickler einen extra Koopmodus mit spendiert der auf Ausgesuchten Singleplayerlevels mit "Extrastory" daherkommt.
Erstaunlich ist das sich dieser Extrakoop nicht als bloße dreingabe anfühlt, sondern als eigenständig stimmig zu bezeichnen ist!
Apropos bloße dreingabe...der mitgelieferte Multiplayer, den keiner im ersten Teil vermisst hat und den keiner (soviel ich weiß) für den zweiten Teil verlangt hat, ist in keiner weise als pures Nebenprodukt zu bezeichnen.
Er ist im mindesten so gut wie der MP von Killzone 2...und genauso...wenn nicht gar mehr motivierend!
Was kann ich nun im Fazit schreiben?
Ich zitiere an dieser stelle einen der beiden Areagames/Vitivi Alex.
Zu God of War 2 gab es ein Testvideo (zu finden bei Vitivi) in dem der Kommentar gebende Alex sagte:
"Bei diesem Spiel wird euch das Wort GEIL mehr als einmal über die Lippen kommen!"
Genau das kann ich auch über Uncharted 2 Among Thieves sagen.
Naughty Dog zeigt mit diesem Spiel beeindruckend das man aus verschiedenen Genres und Spielen, die besten Elemente übernehmen und verbessern kann!
Uncharted 2 ist durch den Leerlauffreien Spielablauf, den Grandiosen Zwischensequenzen, der gut inszenierten Action, der überragenden Technik, der glaubwürdigen Charaktere und der einfachen, durchschaubaren aber dennoch spannenden Story wohl das erste Spiel das die Bezeichnung "Interaktiver Actionfilm" verdient.
So etwas habe ich bis jetzt noch nie gespielt.
ND hat die Messlatte für Actionshooter um ein oder zwei stufen nach oben gelegt und alle nachkommenden Spiele gleichem Basisgameplays müssen sich an Uncharted 2 Among Thieves messen!