Also ich hab jetzt bissl eure Diskussion mitgelesen und muss sagen, dass beide Seiten wohl bissl Recht und Unrecht haben.
Leute die bei so nem Video in Tränen ausbrechen sollten sich das noch 100 mal angucken und dann mal schauen, was ihre Gefühle sagen. Und genau so ist Krieg: Es ist alles Gewohnheit. Das innere Gefühl legt aber lange nicht fest, was da richtig und was da falsch sei. Wenn man ne Kuh töten müsste, würde das beim ersten Mal auch schwer fallen, Metzger machen das hauptberuflich und der Beruf ist gesellschaftlich anerkannt. Ich würd gern denen sagen, die von dem Video entsetzt sind: Krieg ist blutig und von etwas hören ist immer anders als es in Bildern zu sehen, aber deswegen muss man nicht ne Revolution starten und auf die Barrikaden gehen. Tatsächlich ist die Szene, wo einer hinter der Hauswand vorguckt, etwas verdächtig.
Wer Krieg im allgemeinen verdammt, ist sich nicht im klaren, dass er auf der einen Seite der menschlichten Natur entspricht und auf der anderen Seite Ursache von Veränderungen ist, die wichtig und notwendig sind.
Die Leute die das Video rechtfertigen: Dazu muss man schon ganz schön abgebrüht sein und wohl etwas über das eigene Mitleid hinwegtäuschen. Was soll das "das könnten Terroristen sein"? Jeder Iraki könnte Terrorist sein, deswegen braucht man sie nicht alle umbringen. Und wer die Schießwütigkeit der Soldaten mit "Stress" überspielen will, ist auch bissl blind. Ja, die wurden dazu ausgebildet, die sind das gewohnt und wollen wahrscheinlich auch mal handeln, aber deswegen muss man das "auf Verdacht schießen" doch noch lange nicht befürworten. Man kann sich ja auch in die Lage eines Vergewaltigers versetzen und sein Handeln nachvollziehen, richtig finden muss man das deswegen nicht. Ich seh hier nur zwei Fronten die sich je nach ihrer vorherigen Meinung einer Interpretatinon anschließen.
Was für mich am Ende viel bemerkenswerter ist: Zu welchen perfiden Mitteln des Krieges sind wir gekommen? Wie schön war doch die Zeit, wo zwei Gegner sich gesehen haben und dann zwangsläufig an den Kugeln gemerkt haben, ob es sich um Freudn oder Feind handelt. Oder Zeiten, in denen jeder Soldat noch ne Uniform anhatte und niemand hinterrücks Attentate verübte. Ernsthaft, ich würde auch Mitleid empfinden, wenn dort unten Terroristen bis an die Zähne bewaffnet stehen. Ganz einfach weil ich es nicht für fair empfinde, wenn man seinen Gegner weder sieht noch hört und auch nicht zurückschießen kann. Krieg ist immer etwas unfair, aber ich denke das Verständnis vom Krieg hat sich nicht gerade zum Positiven entwickelt. Was früher Schlagabtausch war, ist jetzt immer absolutes Unterwerfen des Gegners und Vernichten aller Feinde.
Von Moral braucht man aber bei allem gar nicht erst zu reden, denn nicht nur Krieg, sondern auch das Leben ist unmoralisch. Wer von den Moralexperten hier lebt denn nach einer festen und unumstößlichen Moral?