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Thema: Depression und das Leben mit ihr

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  1. #1
    Prophet Avatar von SplitTongue
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    Zitat Zitat von JamDeluxe Beitrag anzeigen
    Sowas lässt sich auch leider nicht behandeln.
    Nun, da Depressionen durch eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn hervorgerufen werden, sind sie mit Antidepressiva durchaus behandelbar.
    Das Problem ist, bei etwa der Hälfte aller depressiven, mit Antidepressiva behandelten Patienten schlägt das Medikament gar nicht an, und lösen tut es die eigentlichen Probleme die dahinter stecken meist auch nicht. Es hemmt die Stärke der Depression lediglich ein wenig.
    Ich war selber für 2 Monate in Behandlung bzw. 'Entzug'. Ursache: Drogenkonsum, persönliche Schicksalsschläge (unglücklich verliebt, Tod meines Großvaters, Tod eines Freundes, Stress mit der Familie & extrem anspruchslose, monotone Arbeit). Hatte quasi sämtliches Serotonin und Noradrenalin bereits verballert...
    Äusserte sich bei mir in einer verzerrten Wahrnehmung der Umgebung (leichte Psychose, aufgrund der Drogen), leichte Reizbarkeit und ständige Selbstmordgedanken. Auf der Arbeit bin ich dann mal irgendwann heulend und schluchzend 'zusammengebrochen', hab aus Wut meinen Spind zu Klump gehaun, bin heim, hab meine Kündigung verfasst und hab sie (mit noch blutiger Hand) der Personalchefin auf'n Tisch geknallt. Naja, soviel zu rationalem Denken bei Depressiven...

    Was auf jeden Fall hilft:
    - Sport
    - vernachlässigte Kontakte zu Freunden wieder einpflegen
    - weniger Internet und Spiele
    - Antidepressiva (hey, keine Lösung, aber wenn sie bei dir anschlagen, dann solltest sie auf keinen Fall verschmähen)

  2. #2
    Robin
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    Dass es so ein Thema in unser Forum schafft... nicht schlecht.

    Mein Vater ist depressiv - muss sagen, nach den nun fast 19 Jahren hier im Haus, ist es wirklich NICHT einfach mit einem depressiven Menschen zu leben (und er ist SEHR stark betroffen).

    Wenn jeder gut gemeinte Ratschlag als böse hingenommen wird, kann man selbst nicht viel machen.
    Ich könnte so viele Beispiele aufzählen, die ein harmonisiertes Zusammenleben erschweren, aber das wäre dann doch ein wenig viel Privates hier.

    Antidepressiva... aja, merk ich leider bei meinem Vater kein bisschen, dass es was nützen sollte (ach ja, er war durch seine Krankheit mal 1 Jahr arbeitsunfähig...).

    Man muss es auf jeden Fall behandeln lassen, eine Garantie auf Heilung ist natürlich nicht dabei.
    Ich persönlich würde meinem Vater auch öfter empfehlen raus an die frische Luft zu gehen, aber keine Chance - da dringt einfach nichts durch...
    Jedenfalls Sport - Freunde - schöne Momente. Ich denke mal das sind wichtige Dinge, die das Leben etwas "vereinfachen" im Falle einer Depression.

  3. #3
    Prophet Avatar von SplitTongue
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    Zitat Zitat von Robin Beitrag anzeigen
    Wenn jeder gut gemeinte Ratschlag als böse hingenommen wird, kann man selbst nicht viel machen. [...] Da dringt einfach nichts durch...
    Wie wahr...

  4. #4
    R.I.P. Avatar von Black_Death
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    Depression?

    Leider ein Thema welches heut zu Tage zu wenig anerkennung findet und tod geschwiegen wird.

    In der heutigen Leistunggesellschaft wird einem von Geburt an eine Rolle und somit erwartungen und Pflichten auf gedrückt. Man muss immer lächelnd täglich an die arbeit weniger verdienen, mehr arbeiten, familie gründen und dann noch sein Glück finden?

    Fast unmöglich. Das es dann natürlich zu Persönlichen Konfliken mit sich selbst und seiner Umwelt kommt... unvermeidbar.

    Zum Verdauen von niederlagen entäuschungen hat man entweder keine Zeit oder niemanden mit dem man reden kann, denn wer will schon als schwache person dastehen heut zu Tage?

    Das Thema Depression wird genauso verschwiegen, was leider völlig falsch ist, immerhin sind wir nur Menschen die in einer schweren Zeit leben in der zuviel Verlangt wird vom einzelnen. Augen werden geschlossen, keiner schaut seinen nächsten an und bemerkt nicht das er sich zurück zieht, wie auch wenn man 110% Leisten muss um nicht selbst zusammenzubrechen.

    Ich bin nicht Depressiv, dafür habe ich noch eine zu positive Grundhaltung die aber mittlerweile nach und anch flöten geht. Ich fühle mich egal wo ich bin fehl am Platz und einfach ncht verstanden und um meine Wünsche zu erfüllen muss ich mir den ***** aufreißen da bleibt keine Zeit für Glücklich zu werden.

    Ich finde man sollt schon in der Schule regelmäßig mit den Schülern über Depressionen oder probleme sprechen nur so schärft man die Augen übereinander und kann regieren bevor es zu spät ist.

    An welcher Depression leidest du Tzini und wie äußert sie sich bei dir?

    Svarte_Dauden ᛋᚡᚨᚱᛏᛖ_ᛞᚨᚢᛞᛖᚾ
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  5. #5
    on-off-on Avatar von ph0enix
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    Ich nehme Antidepressiva. Doxepin.
    Den Rest könnt ihr euch denken, ich kann meine "Maske" (Alles ist gut etc) schon gar nicht mehr abnehmen. Lasse Emotionen wie Trauer gar nicht zu. Iwann platzt man.

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