Grafik 10/10
Versucht mal etwas noch besser aussehendes zu finden. Texturen, Shader, Effekte, alles wunderbar, und rundeten das Paket noch ab. Top Leistung, eben Crytek-typisch.
Leider konnte ich nicht alles zu 100% ausreizen, meine Gurke packt das leider nicht.
Gameplay 8/10
Erste und letzte Mission waren Gameplaytechnisch extrem schwach, und dienten nur der Story durch Skripts und dem typischen "Folge dem Punkt bis was passiert", in der ersten sogar noch kombiniert mit dem "Warte bis dein Kollege dir die Tür öffnet!"-Quark.
In der Mitte jedoch: Brilliant. Offen, und trotzdem linear, die neuen Gameplayfeatures wie das Hacking sind erfrischend vom Standard-Shooter Repertoire aus Deckung, zielen und Feuer, und mit dem Bogen hat man immer ein Schweizer Taschenmesser dabei, für jede Situation.
Leider ist das Spiel nur viel zu einfach. Etwas, was mich schon seit Crysis 2 stört, ist das "durch die Wand"-Markieren mit dem Visor. das Zerstört jegliche Herausforderung, in Crysis 1 war das auch nicht so.
Außerdem ist es mit 7 Missionen relativ kurz. Ohne zu sterben braucht man vielleicht 4-6 Stunden, auf höheren Schwierigkeitsgraden vielleicht 9-11 Stunden.
Deswegen meine Empfehlung: Gleich auf Supersoldat spielen!
Leveldesign 9/10
Super, reicht von wunderschön, zu schön apokalyptisch: Es gibt meiner Meinung nach kein Level, welches richtig mies aussieht, oder sich grobe schnitzer leistet.
Visuell also top.
Story 9/10
Crysis 3 zeigt, dass die Themen wie Menschlichkeit und Emotionen in heutigen Shootern einfach falsch vermittelt werden. Wenn wir zB. SpecOps The Line nehmen, dort bekommt man Slow-Motion, wenn man einen Kopfschuss macht, mit Cooler Musik, und gleichzeitig erzählt es eine Geschichte, wie grausam Krieg doch sei.
Prophet und Psycho sind meiner Meinung nach zwei der am besten ausgearbeiteten Charaktere der letzten paar Shooter Jahre, und das, ohne den Charme aus den vorherigen Spielen zu verlieren. Psycho ist frustriert, und neidisch auf Prophet, weil er einen Anzug hat, während Psycho der Suit weggenommen wurde, und auf der anderen Seite ist Prophet, der, der alles aufgegeben hat, um mit dem Nanosuit die Ceph aufzuhalten, auch seinen menschlichen Körper. Die Dialoge zwischen den beiden sind genial inszeniert, und super geschrieben.
Im Laufe erhält Prophet die Marken der verstorbenen Raptor-Team Mitglieder (3 an der Zahl, also Jester, Aztec und Nomad), und bindet diese an seinen Bogen. Ab dem Zeitpunkt hat man diese Marken immer im Blickfeld, wenn man den Bogen rausholt. Sowas, sowas zeigt Menschlichkeit bei einem Charakter. So was subtiles verleiht der Story und der Motivation viel mehr Bedeutung, mehr als Slow-Motion Headshots.
Und das Ende...Spoiler Ende:
KI 8/10
Gelegentliche Ausfälle trüben das Bild, so sind mehrmals Soldaten an mir vorbei gerannt, aber die KI ist dennoch verdammt aufmerksam. Sie reagieren zum Beispiel auf Wellen im Wasser, und schießen in die ungefähre Gegend.
Auch sind nicht sofort alle alarmiert, wenn dich ein Gegner kurz gesehen hat, sondern es geht immer erstmal einer nachgucken, bevor alle hinrennen und losballern.
Die Vielfalt an KI Gegnern, besonders bei den Ceph hat mich beeindruckt. Die Spotter Drohne ist hierbei einer meiner Lieblinge, wenn auch leider zu ineffektiv, da man diese relativ schnell ausschalten kann.
Gesamt Singleplayer 8.8/10
Klare Kaufempfehlung an diejenige, die Crysis 1 liebten und Crysis 2 im Singleplayer nicht mochten. Ich bereue den Kauf dieses Spiels in keinster Weise.
Multiplayer 5/10
Durchschnitt, leider nur unterer Durchschnitt. Einzig und allein Ideen wie Assault und der Hunter Modus, sowie die dynamischen Maps, mit Pfeilern, Schock-Pfützen und aufdrehbaren Gasleitungen halten mich davon ab, dem MP eine Wertung von unter 5 zu geben, weil diese Dinge sind brilliant und sollten in mehr Spielen vorkommen.
Ansonsten macht es einfach keinen Spaß. Es fehlt Übersicht, man stirbt zu schnell, und Shotguns sind immernoch zu stark.
Kein Spaß.
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Das könnte noch besser werden (Wünsche):
- Einen komplett anderen Multiplayer, nicht diesen Call of Duty Abklatsch
- Coop, zum Beispiel mit Psycho. Einer ist der mit dem Nanosuit, der andere ist Unterstützer, wär doch was, oder?
- Ein Mod SDK muss dringend her, ich hab schon so viele Sachen gesehen, die meine geplante Mod in Crysis 2-ähnlichen Bedingungen unterstützen und realisierbar machen
- Bezug zu Crysis 2 Charakteren, momentan wird nur ein Charakter kurz im Epilog zu hören sein, aber ansonsten wird keiner der anderen angesprochen. Was aus Nathan Gould und Chino geworden ist, weiß keiner.
Das war besser als in Crysis 2:
- Weniger Fokus auf viel Action und Explosionen, mehr auf Story, Substanz und vor allem freies Gameplay
- Sprinten kostet keine Energie
- Man hat im Singleplayer so gesehen Fäuste, nicht so wie in Crysis 1, aber sie sind da.
- Modulsystem kommt weg von Nanokatalysatoren, und belohnt eher die Entdecker unter den Spielern
- Mehr Attachments, mehr Wege, mehr Möglichkeiten
Das hat mir am besten gefallen:
- Vorletztes Level... Es war einfach wundervoll, es hat mich so sehr an das Hafenlevel aus Crysis (mein Lieblingslevel) erinnert, dass ich mich wie ein kleines Kind über jede Sekundärmission und jedes Fahrzeug auf der Map gefreut habe
- Die Grafik
- Die unheimlich guten Animationen in den Cutscenes
- Die Plotwendungen und die Dramaturgie
- Das Ende
Sonstiges:
- Crytek hat sich mal wieder Späße erlaubt: ich bin schon ganz wild am Easter Egg suchen!
Fazit:
Crysis 3 beendet die Trilogie, und das mit einem gewaltigen Knall, einem guten Knall!
Crysis 2 war das schwarze Schaf der Crysis Reihe, und zunächst war, wegen der Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger, Crysis 3 mit Argwohn und Misstrauen betrachtet worden, und doch liefert Crysis 3 ein Spiel ab, welches die besten Eigenschaften beider vereint, und die Story aufklärt und beendet.
Mein großes Lob und ein Dankeschön an Crytek, für das für mich beste Spiel in der Crysis Reihe.




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