Blu-ray wird unter anderem von Sony und Apple propagiert, HD DVD vor allem von Toshiba und Microsoft. In den USA sind sowohl Player als auch Disks mit Filmen beider Lager seit einigen Monaten auf dem Markt. BDs (BD ist die Abkürzung für Blu-ray-Disc) haben dort einen schlechten Start hingelegt, denn die ersten paar Dutzend BDs wurden mit dem veralteten MPEG-2-Codec gefertigt.
HDTV ist nicht gleich HDTVBlu-ray Disc - HD DVD und HDTV

„HDTV“ darf sich im Grunde jedes Bildmaterial mit einer hohen Helligkeitsauflösung (digital: viele Bildpunkte, analog: Videofrequenz mit hoher Bandbreite) nennen — mögen Farbauflösung, Rauschabstand oder Pixel-Blockbildung noch so schlecht sein. „HDTV“ ist kein Gütesiegel und nicht automatisch mit hervorragender Bildqualität gleichzusetzen. Kinofilme werden in noch höheren Auflösungen als 1080p produziert. Für das Kino zuhause müssen die Bilder auf 1080p herunterskaliert und komprimiert werden, alles andere wäre viel zu aufwendig und teuer. Obwohl die neuen Diskformate wesentlich mehr Daten als DVDs speichern können, müssen die Videodaten immer noch mit einem Videocodec komprimiert werden. Andernfalls würde der Speicherkapazität und die maximal übertragbare Datenrate für einen kompletten Film in High Definition und den dazugehörigen Ton nicht ausreichen. Wenn eine sehr gute Bildqualität erreicht werden soll, funktioniert das Kodieren nicht „einfach so“ automatisch per Knopfdruck. Die kompetente, sorgfältige Bildbearbeitung mit einem guten Codec ist die Voraussetzung für gute Bildqualität.

MPEG-4 (Part 10)/H.264/AVC (Advanced Video Coding): Theoretisch bietet MPEG-4 die beste Bildqualität. Dank extrem flexiblen Möglichkeiten bei der Kodierung (bild- oder szenenweises Optimieren auf Bewegungen, Farben oder Details zwecks Vermeidung von Artefakten) soll mit ganz wenig Speicherbedarf und einer ebenfalls sehr niedrigen Datenrate eine hervorragende Bildqualität gewährleistet werden können. Die Wandler sind jedoch sehr teuer, das Anwenden all dieser Möglichkeiten ist momentan nicht in Echtzeit möglich. Es gelang nicht, die ersten BDs und HD DVDs mit diesem Codec zu fertigen, bis heute ist keine MPEG-4-Disk im Handel erhältlich. Mittel- und langfristig soll MPEG-4 jedoch der bevorzugte Codec für BDs und HD DVDs werden. MPEG-4 ist ein herstellerunabhängiger Standard. Alle Blu-ray- und HD DVD-Player sind kompatibel zu MPEG-2, VC-1 und MPEG-4. Der Videocodec ist allerdings nur einer von mehreren Faktoren, die die Bildqualität beeinflussen können.

Die ersten paar Dutzend BDs wurden also mit MPEG-2 bespielt – kein Wunder, denn sowohl viele Filme als auch eins der ersten Authoring-Programme für die Erstellung von BDs kommen von Sony. Sony möchte VC-1 nicht so gerne unterstützen. Es ist Microsofts Erfindung – und Microsoft ist mit HD DVD und der X-Box DIE Konkurrenz für die Playstation 3 (für die X-Box gibt es ein externes HD DVD-Laufwerk, während die Playstation 3 ein integriertes Blu-ray-Laufwerk haben wird). Die suboptimale Bildqualität dieser ersten rauschenden und grieselnden Blu-ray-Scheiben hat in der amerikanischen Öffentlichkeit keinen guten Eindruck gemacht. Überdies brachte Samsung einen Blu-ray-Player mit unausgereifter Videosignalverarbeitung auf den dortigen Markt. Diese beiden Umstände waren – natürlich unfreiwillig – eine geniale PR-Kampagne für das konkurrierende HD-DVD-Format. HD DVDs kamen erstens ein paar Monate früher, zweitens überwiegend von Anfang an mit VC-1 kodiert auf den US-Markt. Darüber hinaus ist Toshibas HD-DVD-Player nicht nur ein paar hundert Dollar preiswerter als der Blu-ray-Player von Samsung, sondern hat außerdem eine wesentlich bessere Bildqualität.
http://www.hifi-regler.de/blu-ray_hd...65e86cc83c8ae1